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Scoopcamp Hamburg : Medien-Macher auf der Suche nach neuen Erzählformen

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Online bieten sich viele neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen. Die Branche berät zurzeit, wie das am besten klappt. Bislang gibt es keine Patentlösung.

Hamburg | Der virtuellen Realität gehört die Zukunft - zumindest, wenn es nach Thomas Wallner, dem Gründer der Produktionsfirma Deep Inc., geht. „Mit Virtual Reality können Journalisten ihre Rezipienten durch Raum und Zeit zu dem Ort des Geschehens bringen“, sagte der Filmemacher bei der Medienkonferenz Scoopcamp am Donnerstag in Hamburg. Denn auf Dauer müsse Technologie unsichtbar werden. Und das gelinge am besten, wenn man sich im Geschehen befinde, statt darauf zu blicken.

Wallner experimentiert bereits mit Equipment und Headsets. Die Technik soll das Publikum direkt in seine 3D-Dokumentationen bringen und individuell erfahrbar machen. Damit das gelingt, müsse auch die erzählte Geschichte stark sein - ansonsten habe virtuelle Realität keine Chance. „Es gibt in diesem Bereich aber keine Experten. Wir alle lernen“, sagte Wallner.

Ein Modell für „New Storytelling“ stellte Natalia Antelava vor. Sie ist Mitbegründerin von Coda, einer Plattform, die auf Breaking News verzichtet und dafür ausführliche Analysen zu Krisenthemen liefert. „Kontextuales Storytelling ist eine Lücke, die Coda überbrücken möchte“, sagte die Journalistin. Deshalb blicke sie mit Coda hinter die Kulissen einer Krise und bleibe auch da, wenn alle anderen Medien weggegangen sind.

Die Digitalisierung mache mediale Berichterstattung vielfältig und sei so eine Chance, sagte Johannes Vogel, Geschäftsführer der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), Bereich Digitale Medien. Die Medienbranche könne nicht nur auf einem Bein stehen. „Weitere Standbeine bringen neue Perspektiven, die auch neue Leser bringen“, sagte Vogel. Für die reine Nachricht würde in Zukunft kaum noch jemand bezahlen wollen. Besondere Texte und deren Inhalte müssten im Mittelpunkt stehen, sagte Vogel.

So wie bei „Blendle“, einem Digitalkiosk, über den individuell Artikel aus Zeitungen und Magazinen gekauft werden können. Johannes Vogel überreichte Marten Blankesteijn für diese Idee bei der Medienkonferenz den Scoop Award. „So kurz nach dem Start in Deutschland schon einen Preis zu erhalten, freut mich sehr“, sagte Blankesteijn. Der Online-Kiosk ist seit dem 14. September auf dem deutschen Markt.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 15:41 Uhr

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