Tarifstreit : Lufthansa-Streiks: Hamburg wird Schwerpunkt

Wartende Lufthansa-Passagiere am Flughafen Hamburg: Am Montag wollen die Mitarbeiter der Airline auch hier streiken. Foto: dpa
Wartende Lufthansa-Passagiere am Flughafen Hamburg: Am Montag wollen die Mitarbeiter der Airline auch hier streiken. Foto: dpa

Bisher ist es kein glückliches Jahr für den Hamburger Flughafen. Erst streikt das Sicherheitspersonal vier Tage. Kaum ist dieser Arbeitskampf beigelegt, streiken die Lufthansa-Beschäftigten.

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21. April 2013, 10:12 Uhr

Hamburg | Bei den bundesweiten Streiks der Lufthansa-Beschäftigten an diesem Montag wird Hamburg einen der Schwerpunkte bilden. Allein in der Hansestadt seien rund 8000 Beschäftigte aufgerufen, den ganzen Tag lang die Arbeit niederzulegen, teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit. Sie rechne mit einer Streikbeteiligung von 80 bis 90 Prozent. Betroffen seien neben dem Mutterkonzern auch verschiedene Lufthansa-Tochtergesellschaften in Hamburg und Norderstedt, darunter die Lufthansa Technik, eines der größten Hamburger Industrieunternehmen. Allein hier seien 6500 bis 7000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.

Fluggäste der Lufthansa in Hamburg müssen mit massiven Flugausfällen rechnen. Langstreckenflüge sollen möglichst stattfinden, teilte die Airline in Frankfurt mit. Einen genauen Flugplan will Lufthansa am Samstagabend im Internet bereitstellen. Es ist bereits die zweite Welle von Arbeitsniederlegungen in dem Tarifkonflikt um Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 33.000 Technikern und Serviceleuten. Am 21. März waren bei einem kürzeren Warnstreik bundesweit 700 Flüge ausgefallen.

Verdi bezeichnet Angebot als "nicht verhandlungsfähig"

Die Gewerkschaft fordert für die 33.000 Beschäftigten 5,2 Prozent mehr Einkommen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite hat ein Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft als "nicht verhandlungsfähig" einschätzt. Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle kritisierte, das Angebot bedeute für die Beschäftigten mit Entgeltsteigerungen zwischen 0,4 und 0,6 Prozent im ersten Jahr deutliche Reallohnverluste und sei keinesfalls hinnehmbar. Lufthansa verweigere Zusagen zur Beschäftigungssicherung und spiele so mit den Ängsten der Mitarbeiter. Behle wird am Montag auch bei einer Demonstration in Hamburg sprechen.

Der Hamburger Flughafen wurde im Januar und Februar bereits an vier Tagen von den Beschäftigten in der Gepäck- und Personenkontrolle bestreikt. Die rund 600 Sicherheitskräfte legten den Flughafen weitgehend lahm und rund 100.000 Passagiere blieben am Boden. Der Hamburger Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler hatte den Streik scharf kritisiert, da er auf dem Rücken der Fluggäste ausgetragen werde und den Flughafen Millionen koste. Die Erwartung des Flughafens, im laufenden Jahr bei den Fluggastzahlen zulegen zu können, sei damit infrage gestellt.

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