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Trauerfeier in Hamburg : Luftballons und Böller - Abschied von Sprayer Oz

vom

Ende September starb der Graffiti-Künstler Oz - beim Sprühen auf einer Bahnstrecke. Das Begräbnis wird von der Polizei begleitet.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 16:04 Uhr

Hamburg | Bei einer Trauerfeier für den tödlich verunglückten Sprayer OZ haben sich rund 500 Menschen am Hamburger Friedhof Ohlsdorf von ihm verabschiedet. In einem bunt bemalten Holzsarg begleiteten sie Walter Josef Fischer - wie OZ mit bürgerlichem Namen hieß - am Freitag zu seiner letzten Ruhestätte. Dabei ließen sie bunte Luftballons in den Himmel steigen. Auch die Polizei begleitete den Trauerzug.

Während des zwei Kilometer langen Marsches kam es auch zu unschönen Szenen: Einige Anhänger der linksradikalen Szene zündeten Böller und warfen mit Bierdosen. Sie entrollten zudem Banner mit den Slogans „Es lebe der Sprühling“ und „Walter, der Kampf geht weiter“.

Der bundesweit bekannte Graffiti-Sprayer war Ende September im Alter von 64 Jahren beim Sprühen auf einer Bahnstrecke verunglückt. Für das Begräbnis hatten Freunde und Anhänger der „Kiezhelden“ des Fußballclubs FC St. Pauli mit einem Spendenaufruf 8000 Euro gesammelt.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Anhänger des Künstlers ihre Solidarität gezeigt: Auf der Reeperbahn und im Schanzenviertel schmückten sie Straßenlaternen und Verkehrsschilder mit zahlreichen Aufklebern, die das Kürzel „OZ“ tragen.

Mehr als 100.000 seiner typischen Symbole wie Smileys, Kringel und Namenszug soll OZ in Hamburg gesprüht haben. Für sein Graffiti-Sprayen saß OZ insgesamt rund acht Jahre im Gefängnis. Bilder seiner Werke sollen nun im Schanzenviertel ausgestellt werden.

Dort war auch der bunte Sarg des Toten in den vergangenen Tagen aufgebahrt worden. „Seine Werke sollen erhalten bleiben und werden nicht verkauft“, erklärte der Anwalt von OZ, Andreas Beuth, der den Trauermarsch als Sargträger anführte. „Ob es eine Dauerausstellung gibt oder die Werke einer Stiftung übergeben werden, wollen wir aber erst nach der Trauerfeier entscheiden.“ 

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