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Hamburger Hafen : Löschboote haben bei Feuer ein Problem

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Ein Schiff ist in der Werft, die anderen beiden haben Rostschäden: Im Hamburger Hafen, dem größten deutschen Seehafen, gibt es im Moment kein voll einsatzfähiges Löschboot. Die CDU-Opposition hält die Situation für „unverantwortlich“.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 14:30 Uhr

Hamburg | Alle drei veralteten Löschboote der Feuerwehr im Hamburger Hafen sind derzeit nicht voll einsatzbereit. Ein Boot, das noch in der Werft repariert wird, soll voraussichtlich nächste Woche fertig sein, wie Sprecher Martin Schneider am Mittwoch sagte.

Dann wiederum soll ein zweites Löschboot in die Werft geschickt werden. Es hat - wie auch das dritte Schiff - Rostschäden an den Rohrleitungen zu den Wasserwerfern. „Die Leitungen müssen ausgetauscht werden.“ Der Radiosender NDR 90,3 hatte zuerst über die Probleme berichtet.

Wenn ein Schiff oder eine Lagerhalle im Hamburger Hafen - dem größten Seehafen Deutschlands - brennt, könnten die beiden Löschboote mit den Rostschäden derzeit zwar zum Einsatz kommen, sagte Schneider. Allerdings müssten dafür zunächst die Wasserwerfer eines Feuerwehrwagens auf das Boot montiert werden. „Das ist natürlich umständlich.“ Die drei Löschboote seien bereits mehr als 30 Jahre alt. Sie sind an der Kehrwiederspitze und im Harburger Hafen stationiert, das Reserveboot liegt in Finkenwerder.

Nach Informationen von NDR 90,3 gibt es in Hamburg im Vergleich zu allen anderen großen nordeuropäischen Seehäfen die wenigsten Löschboote. Experten hatten daher in einem Gutachten den Neubau von fünf neuen Feuerwehr-Löschbooten gefordert.

„Der Brand auf dem Frachter 'Atlantic Cartier' im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass Löschboote in einem großen Seehafen unentbehrlich sind“, erklärte der Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion für den Bereich Feuerwehr, Dennis Gladiator. „Dass der Hamburger Hafen derzeit über kein einziges voll einsatzfähiges Löschboot verfügt, ist unverantwortlich und muss schnellstens geändert werden. Sollte im derzeitigen Zustand wieder ein Frachter mit Gefahrgut an Bord in Brand geraten, droht Hamburg eine Katastrophe.“ 

Die CDU habe angesichts des maroden Zustands der drei Boote bereits im Juli 2013 die Neubeschaffung von Löschbooten und eine Überarbeitung des Einsatzkonzepts gefordert, betonte Gladiator. „Der Senat muss jetzt zur Gefahrenabwehr dringend handeln und für die Sicherheit im Hamburger Hafen sorgen.“ 

Bei dem Feuer auf der „Atlantic Cartier“ waren am 1. Mai 2013 Autos in Flammen aufgegangen. Zu der Zeit befanden sich wegen des Evangelischen Kirchentags besonders viele Menschen in der Stadt. Die Feuerwehr erklärte, es sei Gefahrgut an Bord gewesen. Dass es sich dabei auch um radioaktive Stoffe handelte, erfuhr die Öffentlichkeit erst zwei Wochen später nach einer Anfrage der Grünen an den Senat.

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