Land hat keine Planer für die neue Hochbrücke

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18. Juni 2014, 13:01 Uhr

Nachdem der Bund grünes Licht für ein Ersatzbauwerk für die bröselnde Rader A7-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal gegeben hat, will Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer nun Tempo machen: „Wir werden die Planung unverzüglich starten“, kündigte der SPD-Politiker gestern im Landtag an. Das allerdings ist leichter gesagt als getan: Meyers zuständigem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) fehlen die Fachleute für die Aufgabe. „Der LBV hat bisher kein Personal für die Planung eines Ersatzbauwerks vorgesehen“, gab Meyers Sprecher zu.

Der aktuell 1450 Mitarbeiter starke LBV leidet unter dem von CDU und FDP eingeleiteten und von der Küstenampel fortgesetzten Stellenabbau: Seit 2011 und noch bis 2020 muss der Betrieb fast jedes Jahr 14 Stellen streichen – insgesamt 130. Zwar hat Meyer trotz des Streichkonzerts gerade erst neun zusätzliche Kräfte für die Planung eingestellt und lässt auch offen, ob der LBV dieses Jahr wirklich die Einsparvorgabe erfüllenwird. Doch die nun insgesamt 20 Planer sollen sich vor allem um die A 20 und das Fehmarnbeltprojekt kümmern.

Wegen seines Fachkräftemangels erwägt Meyer nun, für den Ersatzbau der Rader Hochbrücke die Berliner Planungsgesellschaft Deges an Bord zu holen. Sie gehört dem Bund sowie neun Ländern, darunter Schleswig-Holstein, und hat unter anderem die Verkehrsprojekte zur deutschen Einheit geplant und betreut. Auch der gerade gestartete Ausbau der A 7 zwischen Hamburg und Bordesholm läuft unter der Regie der Deges.

Allerdings kostet ihre Einschaltung Geld. Daher legt Meyer sich noch nicht fest, ob er nicht doch selbst mehr Leute einstellt. „Ziel ist es“, sagt sein Sprecher, „die Planungsprozesse möglichst wirtschaftlich umzusetzen.“ 15 Millionen Euro werden sie aber laut Meyers Rede im Landtag auf jeden Fall kosten.

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