Hamburg : Kriegsmahnmal St. Nikolai bröckelt

Absperrungen vor der Ruine der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburgs Altstadt. Foto: dpa
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Absperrungen vor der Ruine der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburgs Altstadt. Foto: dpa

Die Ruine der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburgs Altstadt bröckelt. Ein schweres Mauerstück fiel am Mittwoch auf den angrenzenden Radweg. Geld für die dringend notwendige Sanierung ist nicht vorhanden.

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05. August 2011, 12:54 Uhr

Passanten fanden am Donnerstag das herabgefallene Mauerstock und riefen die Polizei. Diese sperrte den Rad- und Fußweg, sowie einen Fahrstreifen der vielbefahrenen Willy-Brandt-Straße im Bereich der Kirche. "Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Brocken auf die Straße fallen, kann die Sperrung nicht aufgehoben werden", sagte Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte am Donnerstag.
Um den Zustand der Ruine beurteilen zu können, müsse rund um den 147 Meter hohen Turm ein Gerüst aufgebaut werden. Das koste mehrere tausend Euro, sagte Schreiber weiter. Ein Gutachten aus dem Jahr 2009 beziffert eine dringend notwendige Sanierung der Ruine auf mindestens vier Millionen Euro. Geld, das dem zuständigen Bezirksamt fehlt. "Einnahmen aus Werbeverträgen der Stadt sollten an die Bezirksämter verteilt werden - rund eine Million Euro pro Jahr. Damit sollte die Kirche saniert werden. Bis heute haben wir aber keinen Cent bekommen", sagte Schreiber.
Klaus Francke vom Förderverein "Rettet die Nikolaikirche" erklärte: "Seit den 60er Jahren ist klar, dass das Mahnmal renoviert werden muss. Schon jahrzehntelang kann keine optimale Sicherheit für Passanten gewährleistet werden. Glücklicherweise ist das neun Kilo schwere Mauerstück niemandem auf den Kopf gefallen." Francke fordert nun vom Senat, die notwendigen Gelder für eine Renovierung zur Verfügung zu stellen.
(dpa, shz)

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