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Kulturzentrum in Hamburg : Kretschmer: „Rote Flora“ wird nicht an Stadt verkauft

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Die Frist läuft ab: Bis Montag um Mitternacht muss der Eigentümer des besetzten linksautonomen Kulturzentrums „Rote Flora“, Klausmartin Kretschmer, seine Bauvoranfragen für das ehemalige Theater im Schanzenviertel zurücknehmen. Andernfalls droht der Zwangsverkauf.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 09:18 Uhr

Hamburg | Kurz vor Ablauf einer Frist zum Verkauf der „Roten Flora“ an die Stadt Hamburg hat die SPD den Eigentümer des besetzten linksautonomen Kulturzentrums zum Einlenken aufgerufen. „Er wäre klug beraten, auf das faire Angebot der Stadt einzugehen“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel am Montagabend. „Aber wenn nicht, werden wir die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“ 

Der „Rote Flora“-Besitzer, Klausmartin Kretschmer, hatte bis Montag Mitternacht Zeit, um auf Hamburgs SPD-Senat zuzugehen. Dieser hatte Kretschmer mit einem Zwangsverkauf des alten Theaters gedroht, sollte er seine umstrittenen Bauvoranfragen für das heruntergekommene Gebäude nicht bis Anfang Februar zurücknehmen. Die Stadt werde dann von ihrem Wiederkaufsrecht Gebrauch machen und dieses auch juristisch durchsetzen, hatte Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) Mitte Januar angekündigt. Statt der bisher angebotenen 1,1 Millionen Euro werde die Stadt dann aber nur den 2001 von Kretschmer bezahlten Preis in Höhe von umgerechnet 190 000 Euro überweisen.

Anders als Kretschmer will die Stadt das ehemalige Theater erhalten und hat deshalb auch im Bebauungsplan „Sternschanze 7“ festgelegt, dass Änderungen ausgeschlossen sind. Kretschmer hatte über seinen Immobilienberater Gert Baer bereits im Vorfeld erklären lassen, dass er die Frist verstreichen lassen werde. Er wolle das alte Theater stattdessen wie angekündigt zu einem mehrstöckigen kommerziellen Kulturzentrum umbauen. Außerdem werde er gegen den jüngst in Kraft getretenen Bebauungsplan „Sternschanze 7“ vorgehen, der Änderungen an der seit fast 25 Jahren besetzten „Roten Flora“ praktisch ausschließt.

Kretschmer hatte in der Vergangenheit die linke Szene mit seinen Ankündigungen immer wieder in Aufruhr versetzt. Zuletzt hatte er kurz vor einer Demonstration zum Erhalt des Kulturzentrums mit Räumung gedroht - was laut Verfassungsschutz zumindest zu einer Mobilisierung der Szene für die Proteste am 21. Dezember führte, die letztlich in schwere Ausschreitungen mit vielen Verletzten ausgeartet waren. „Er sollte sich ein bisschen besinnen und schauen, was er für einen Beitrag leisten kann zum inneren Frieden dieser Stadt“, erklärte Dressel am Montag.

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