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Hamburg Billstedt : Kleinkind im Bus geschlagen – 23-Jährige unter Verdacht

vom

In der Hamburger Buslinie 130 wurde Anfang Oktober ein kleines Mädchen brutal traktiert. Mit Hilfe eines Handyfotos findet die Polizei die Mutter und das Kind.

Hamburg | Es ist eine schwer fassbare und erschreckende Tat: Eine Mutter (23) soll in einem Hamburger Linienbus ihr Kleinkind brutal getreten und mehrfach ins Gesicht geschlagen haben - am helllichten Tag und unter Zeugen. Gestern Vormittag hatte die Polizei eine Fotofahndung nach der jungen Frau gestartet - schon knapp zwei Stunden später war die Gesuchte identifiziert. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: „Nach der Veröffentlichung der Fotos in den Medien und sozialen Netzwerken sind zahlreiche übereinstimmende Hinweise auf die Gesuchten eingegangen.“ Polizisten trafen Mutter und Tochter in der Wohnung an. Das Kind erschien äußerlich unversehrt, wird aber vorsorglich im Institut für Rechtsmedizin begutachtet.

Eine Zeugin hatte die Misshandlung am 2. Oktober in einem Bus der Linie 130 zwischen Billstedt und Rothenburgsort beobachtet und ein Handyfoto gemacht. Das Bild zeigt die Mutter und das zwei- bis dreijährige Mädchen in einer nur scheinbar innigen Pose. Der Polizeisprecher: „Nach Angaben der Zeugin trat die unbekannte Frau mehrfach in Richtung des Kindes und traf es dabei am Knie, an der Hüfte und an der Hand.“ Das Mädchen habe „Autsch Mama!“ gerufen und angefangen zu weinen. Später soll die Mutter dem Mädchen noch „mehrere Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht“ versetzt und gedroht haben: „Warte, bis wir zu Hause sind.“ Schließlich habe sie die Kleine hochgehoben und auf den Sitz geworfen. Der Großvater des Mädchens, der neben der Schlägerin saß, habe nicht eingegriffen.

Nachdem die Kripo die Beteiligten zunächst nicht identifizieren konnte, hatte ein Amtsrichter die Fotofahndung genehmigt. Dies dürfte auch im Zusammenhang mit den Erkenntnissen aus dem gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur vor einem Jahr in Billstedt-Mümmelmannsberg stehen. Yagmur soll von ihrer Mutter über Monate schwer misshandelt und schließlich totgeschlagen worden sein. Trotz offensichtlicher Prügelverletzungen lange vor der Tötung, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Eltern eingestellt.

Im jüngsten Fall beantragten die Ankläger nun eine Öffentlichkeitsfahndung, um die gewalttätige Mutter ausfindig zu machen. Wohl auch um zu verhindern, dass dem Kind Schlimmeres passiert.

 

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erstellt am 13.Nov.2014 | 13:24 Uhr

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