BGH-Urteil : Keine Sicherungsverwahrung für "Maskenmann"

Mit diesem Phantombild wurde der 'Maskenmann' jahrelang gesucht. Foto: dpa
Mit diesem Phantombild wurde der "Maskenmann" jahrelang gesucht. Foto: dpa

Er hatte drei Jungen getötet - 2012 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Die anschließende Sicherungsverwahrung wurde zurückgenommen.

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13. Januar 2013, 03:08 Uhr

Karlsruhe | Zwar lebenslange Haft, aber keine Sicherungsverwahrung: Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des "Maskenmanns" zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld bestätigt, aber die angeordnete Sicherungsverwahrung aufgehoben. Der 42-Jährige hatte über Jahre hinweg Kinder missbraucht und drei Jungen in Norddeutschland getötet. Auch in Schleswig-Holstein entführte er einen Jungen aus einem Zeltlager bei Schleswig, fuhr mit ihm in ein Ferienhaus in Dänemark und tötete ihn nach einigen Tagen.
Im Frühjahr 2011 hatten ihn die Fahnder in Hamburg festgenommen. Wie ein BGH-Sprecher am Freitag erläuterte, sei neben der lebenslangen Freiheitsstrafe die Sicherungsverwahrung nicht "unerlässlich". Der Täter könne bei lebenslanger Strafe ohnehin nur dann auf Bewährung freigelassen werden, wenn er nicht mehr gefährlich sei.
Der ausgebildete Pädagoge Martin N. hatte sich vor allem in Schullandheimen und Zeltlagern nachts in dunkler Maskierung an die Betten seiner Opfer geschlichen. Drei Jungen im Alter von acht, neun und dreizehn Jahren tötete er, um Missbrauch zu verdecken. Der BGH betonte, dass eine Entlassung nur möglich sei, "wenn sich im Laufe der Verbüßung der Strafhaft herausstellt, dass der Angeklagte nicht mehr gefährlich ist". In diesem Fall wäre aber auch eine Sicherungsverwahrung ohnehin nicht zulässig.

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