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Einlaufen in Hamburg : Keine Fontänen für die "Gorch Fock"

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Die "Gorch Fock" kehrt in ihre Patenstadt Hamburg zurück und nimmt am Hafengeburtstag teil. Von Donnerstag bis Sonntag erwartet die Stadt 1,5 Millionen Besucher beim 824. Hafenfest.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2013 | 03:58 Uhr

Hamburg | Leider nicht mit gesetzten Segeln und trotzdem majestätisch ist das Segelschulschiff "Gorch Fock" in den Hamburger Hafen eingefahren. Empfangen wurde sie an den Landungsbrücken vom Marinemusikkorps Wilhelmshaven und zahlreichen Schaulustigen. Anders als sonst üblich wurde das Schiff nicht mit Wasserfontänen der Feuerlöschboote und Hafenschlepper begrüßt. "Wir hätten unser Patenschiff gerne mit den Wasserkaskaden empfangen, aber wir wussten offiziell von der Ankunft des Schiffes nichts", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Stolz der Deutschen Marine besucht seine Patenstadt anlässlich des Hafengeburtstags und führt am Donnerstag die große Einlaufparade mit dutzenden Schiffen an.

"Zurückzukehren an den Ort des Ursprungs ist etwas ganz Besonderes", sagte Kapitän zur See Helge Risch, der das Kommando auf der "Gorch Fock" führt. Das Segelschulschiff wurde 1958 bei Blohm und Voss gebaut. Seitdem legte der Dreimaster erst acht Mal wieder in Hamburg an. Erstmals seit dem 800. Hafengeburtstag im Jahr 1989 wird die "Gorch Fock" die Einlaufparade, den spektakulären Auftakt des Hafenfestes, anführen. "Mein Bestreben ist natürlich, Segel zu setzen. Aber ich kann das nicht versprechen", sagte der Kapitän. Das hänge vom Wetter ab.

Mit neuem Ausbildungskonzept unterwegs


Die "Gorch Fock" war zuletzt wegen des tödlichen Sturzes einer Kadettin aus der Takelage im November 2010 in die Schlagzeilen geraten. Zugleich wurde der Besatzung vorgeworfen, die Kadetten zu drangsalieren. Nach zwei Jahren Pause stach die Dreimastbark erst im November 2012 wieder in See und begab sich Anfang 2013 auf Ausbildungsreise. Zuvor war das Ausbildungskonzept überarbeitet worden. Unter anderem üben die Offiziersanwärter zunächst an Land, bevor es an Bord geht.
Das neue Konzept habe sich bewährt, sagte Kapitän Risch. Die Ziele der Ausbildung würden nach wie vor greifen. Geändert habe man aber die Art und Weise der Umsetzung - vor allem die "innere Führung". "Sie müssen die Herzen der Menschen erreichen", sagte er. Man müsse den Menschen das Gefühl geben, willkommen zu sein. Und das werde nun getan.

"Gorch Fock" wird am 18. Mai in Kiel erwartet


Dabei hält er eine Ausbildung an Bord des Segelschulschiffes weiterhin für sinnvoll und zeitgemäß. Die Kadetten würden auf der "Gorch Fock" - wie auf jedem anderen Schiff auch - den Umgang mit den Naturgewalten lernen, sagte Kapitän Risch. Außerdem sei die Ausbildung charakterbildend. "So ein Schiff kann nur vernünftig zur See fahren, wenn die gesamte Besatzung ein Team ist."
Hamburg ist die vorletzte Anlaufstelle der "Gorch Fock" auf ihrer ersten großen Fahrt nach dem Unfall. Am 18. Mai wird das Segelschulschiff in seinem Heimathafen Kiel erwartet. Gut 170 Tage war es dann unterwegs und hat dabei etwa 25.000 Kilometer zurückgelegt. Zurzeit ist der Dreimaster mit 129 Mann unterwegs. Die Kadetten haben das Schiff schon vor wenigen Tagen in London verlassen.

Bis Montag an den Landungsbrücken


An den Landungsbrücken liegt die "Gorch Fock" noch bis Montag. Hamburger und Touristen können sich am Freitag und Samstag von 10 bis 17 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 14 Uhr ein Bild vom Leben und Arbeiten der Soldaten an Bord machen. Daneben können an den Open Ship Days während des 824. Hafengeburtstages unter anderem noch die deutsche Dreimast-Bark "Alexander Humboldt II", die russische Viermast-Bark "Kruzenshtern", die russische Dreimast-Bark "Mir" und das polnische Dreimast-Vollschiff "Dar Mlodziezy" besichtigt werden.
Der Hafengeburtstag dauert in diesem Jahr wegen des Himmelfahrts-Feiertages einen Tag länger als gewohnt. Bis Sonntag erwartet die Stadt rund 1,5 Millionen Besucher auf der mehr als drei Kilometer langen Festmeile zwischen Museumshafen Övelgönne und HafenCity. Partnerland ist in diesem Jahr Italien.
Höhepunkte des Festes werden wie immer die große Einlaufparade am Donnerstag und die Auslaufparade am Sonntag sein, an denen sich 300 Schiffe beteiligen werden. Außerdem werden 13 Kreuzfahrtschiffe - und damit so viele wie noch nie zuvor bei einem Hafengeburtstag - zu sehen sein. Am Sonntag wird die "Queen Mary 2", eines der größten Luxusschiffe der Welt, anlegen. Am Freitag wird das neue Kreuzfahrtschiff "Europa 2" getauft und danach zur Jungfernfahrt auslaufen.
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