Hamburg : Kaum Sauerstoff: In der Elbe droht Fischsterben

Stadt Hamburg Elbe
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Die Elbe in Hamburg ist vom Fischsterben bedroht.

Das schöne Wetter der vergangenen Tage hat ein Nachspiel für die Fische. Die Sauerstoffwerte der Elbe sind schlecht.

shz.de von
09. Juli 2015, 13:25 Uhr

Hamburg | Nach den hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen sind die Sauerstoffwerte in der Unterelbe auf ein für Fische kritisches Maß gesunken. An drei Messstationen in Hamburg seien am Donnerstagmorgen weniger als vier Milligramm pro Liter gemessen worden, teilte die Umweltbehörde mit.

Fische brauchen Sauerstoff zum Leben. In einem unbelasteten oder wenig belasteten Gewässer ist ausreichend bis reichlich Sauerstoff im Wasser gelöst, so dass Fische genug Sauerstoff zur Kiemenatmung vorfinden. Durch einen zu hohen Nährstoffeintrag kann es jedoch dazu kommen, dass die Sauerstoffkonzentration so stark verringert wird, dass die Fische ersticken; umgangssprachlich spricht man von einem „(Um-)kippen“’ des Gewässers.

Noch Anfang Juli hatte der Wert an der Messtation Bunthaus um zwölf Milligramm pro Liter gelegen, an der Station Seemannshöft um sechs Milligramm. „Eine Entspannung der Situation ist trotz des kühleren Wetters nicht zu erwarten, da vom Oberlauf der Elbe wenig frisches Wasser nach Hamburg fließt.“ Es seien aber noch keine toten Fische in der Elbe gemeldet worden.

Die starken Sommergewitter und die Hitze am Wochenende hätten auch in vielen anderen Gewässern zu fischkritischen Werten geführt, es sei zu Fischsterben gekommen. In der Außenalster, Wandse und Bille habe sich die Lage aber inzwischen wieder erholt.

Die wichtigste Ursache für den Sauerstoffmangel seien menschliche Eingriffe, wie Deich-, Wasser- und Hafenbau, die das Elbe-Flussbett stark verändert und vor allem die Flachwasserzonen verringert hätten, erklärte ein Sprecher von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Ferner führe die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft und Klärwerke zu sommerlichen Algenblüten an der mittleren Elbe. Die Algen würden nach Hamburg geschwemmt und hier unter hohem Sauerstoffverbrauch von Bakterien abgebaut.

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