FDP-Wahlkampf in Hamburg : Katja Suding - ein Mann im Shitstorm

„Conchita Wurst ohne Bart“: Im Netz erntet Hamburgs FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding für ihr Plakat viel Kritik.

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10. Dezember 2014, 13:11 Uhr

Hamburg | Der Shitstorm war wohl kalkuliert: Katja Suding, Hamburgs 38-jährige FDP-Spitzenkandidatin, blickt ernst von ihrem Wahlplakat für die Bürgerschaftswahl. Daneben der Spruch: „Unser Mann für Hamburg.“ Mit Transsexualität hat das nichts zu tun. Katja Suding ist eine Frau, offensichtlich. Sie will, dass wir alle das Plakat „mit einem ironischen Augenzwinkern“ sehen. „Es geht darum, dass wir Entschlossenheit und Durchsetzungsstärke signalisieren“. Und natürlich um Aufmerksamkeit.

Das mit der Aufmerksamkeit hat zumindest geklappt. Aber der Rest? Ist das witzig, vielleicht sogar selbstironisch - oder doch einfach vollkommen daneben? Die Meinungen auf Twitter gehen weit auseinander.

Durchsetzungskraft ist also männlich - hat die FDP damit ein antiquiertes Frauenbild? Oder wird hier mit Rollenbildern gespielt - so etwas wie ein Beitrag zur Genderdebatte?

Das stimmt vielleicht. Nur: Die Grünen finden's doof - und kontern mit einer Frau, die zu ihrem Geschlecht steht.

Ob Katja Suding und der FDP die Macho-Mann-Masche hilft? „Keine Sau braucht die FDP“, stand im August in Brandenburg auf Wahlplakaten - der Liberalen, wohlgemerkt. Den Einzug in den Landtag verpasste die Partei auch hier. In Hamburg sehen Umfragen die FDP derzeit bei zwei Prozent.

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