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Katholische Schullandschaft in Hamburg vor Umbruch

vom

Bis 2015 sollen 500 Kinder mehr als bislang Grundschulen besuchen können / 60 Millionen Euro für Investitionen

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Die katholischen Schulen in Hamburg stehen vor radikalen Veränderungen. Mehr als 60 Millionen Euro will der Katholische Schulverband in den nächsten zehn Jahren in seine Einrichtungen investieren, mehrere Standorte sollen zusammengelegt, eine Schule soll geschlossen werden. Ziel dieser im November 2012 angekündigten "Schul-Offensive" sei es, das "katholische Schulsystem zu konzentrieren, zu modernisieren und zu profilieren". Das sagte Dompropst Franz-Peter Spiza, Verwaltungsratsvorsitzender des Schulverbandes, gestern in Hamburg.

Die katholische Kirche unterhält in Hamburg insgesamt 21 Schulen, an denen 700 Lehrer rund 9400 Schüler unterrichten. Die Gesamtinvestitionen der anstehenden Strukturreform verteilen sich laut dem stellvertretenden Schuldezernenten Volker Reitstätter zu je rund 20 Millionen Euro auf Grundschulen, Gymnasien und Stadtteilschulen. Bislang sind etwa 50 Millionen Euro fest für Sanierungen, An- und Neubauten verplant, weitere Projekte sollen noch überprüft und konkretisiert werden. Den Ausbau der "Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen" (GBS) an allen Grundschulen bis 2015 bezuschusst die Stadt Hamburg mit 2,5 Millionen Euro, die außerdem die laufenden Kosten der Betreuung trägt. Der Ausbau der GBS ist ein zentrales Ziel der "Schul-Offensive", mit welcher der Schulverband 2012 die Stadt Hamburg zur Bereitstellung höherer Fördersummen aufgefordert hatte. Nach Gesprächen zwischen dem katholischen Verhandlungsführer Spiza und dem Schulsenator Ties Rabe (SPD) werden nun künftig an den katholischen Grundschulen in den Stadtteilen Hamm, Bergedorf, Farmsen und Winterhude mehr Eingangsklassen als bisher aufgenommen. Darüber hinaus gebe es Pläne für den Ausbau der Domschule im Stadtteil St. Georg. Bis 2015 sollen so schrittweise 500 Kinder mehr als bislang katholische Grundschulen besuchen können.

Die Stadtteilschulen der Domschule und im Stadtteil Barmbek will der Schulverband an einem neuen Standort zusammenlegen. Auch im Süden von Hamburg sind Kooperationen geplant: Für die katholischen Schulen in Wilhelmsburg und Harburg, die rund 1400 Schüler besuchen, werden 20 Millionen Euro etwa für neue Klassenräume, eine Mensa und eine Sporthalle investiert. Der Stadtteilschulzweig Neugraben soll hingegen aus Kostengründen aufgegeben werden. Ab 2014 würden keine neuen Schüler mehr aufgenommen, so Vize-Schuldezernent Volker Reitstätter, da dringend nötige Sanierungen bis zu 20 Millionen Euro kosten würden. Gegen diese Entscheidung protestierte gestern die betroffene Schule. "Die mutmaßlichen Fakten, mit denen der Katholische Schulverband die Standortentwicklungen begründet, entbehren jeder Grundlage", erklärte der kommissarische Schulleiter Wolfgang Pickartz. Zufrieden mit den Planungen zeigte sich hingegen Katrin Schaudig, Sprecherin der Gesamtelternvertretung: "Es geht ein Ruck durchs ganze System", sagte sie.

Reitstätter erklärte zudem, dass trotz der Veränderungen in der Schullandschaft alle Schüler der Stadtteilschule Neugraben ihren Schulabschluss am jetzigen Standort erlangen könnten. Auch würden in Hamburg keine Stellen abgebaut, im Gegenteil. Da in den kommenden Jahren viele ältere Lehrer in den Ruhestand gingen, würden neue Kollegen dringend gesucht.

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