"KATWARN" : Katastrophen-Warnungen per SMS

Fischmarkt überflutet? Künftig können sich die Hamburger übers Handy rechtzeitig informieren und ihr Auto in Sicherheit bringen. Foto: dpa
Fischmarkt überflutet? Künftig können sich die Hamburger übers Handy rechtzeitig informieren und ihr Auto in Sicherheit bringen. Foto: dpa

Hamburg stellt ein neues System vor: Gefahrenhinweise für einzelne Postleitzahlen-Gebiete werden direkt auf das Handy geschickt. Sturmfluten, Großbrände, Giftwolken werden gemeldet.

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19. August 2011, 10:10 Uhr

Hamburg | Direkt, schnell, modern: Im Hamburger Katastrophenschutz ist ein neues Zeitalter angebrochen. Künftig können sich Bürger in Sekundenschnelle per SMS und E-Mail über Sturmfluten, Großbrände, Giftwolken und andere Bedrohungen informieren lassen. Dafür steht ab sofort das vom Fraunhofer-Institut entwickelte System "KATWARN" zur Verfügung, das Warnungen der Feuerwehr und des zentralen Katastrophendienststabes der Innenbehörde verbreitet.
"Im Vergleich zur traditionellen Warnung per Sirene bietet KATWARN den Vorteil, die Bürger postleitzahlgenau warnen zu können und dabei direkt Anweisungen an die Bevölkerung weiterzugeben", freute sich Innensenator Michael Neumann (SPD) gestern bei der Vorstellung des Systems. Bislang werden die Hamburger per Sirene sowie Durchsagen in Radio, TV und über Lautsprecher vor Gefahren gewarnt. Dies wird auch weiterhin so sein.
"KATWARN" warnt zielgenauer
Das zusätzliche Angebot bietet manche Vorzüge, angefangen beim Tempo der Alarmierung. Zudem lassen sich die Informationen via "KATWARN" zielgenauer an die Betroffenen bringen. Konkret wird sich das auf dem Handy oder dem PC-Bildschirm beispielsweise so lesen: "Sturmflut-Warnung der Innenbehörde, gültig ab sofort, für PLZ 20457, tiefliegende Außendeichgebiete verlassen."
Dass dabei gleich Handlungsempfehlungen mittransportiert werden, ist aus Sicht der Entwickler ein weiteres dickes Plus. Ulrich Meissen vom Fraunhofer-Institut: "Bei schweren Gefahrenlagen müssen Bürger auch selbstständig agieren können. Hierfür ist KATWARN genau richtig." Ferner könne so eher verhindert werden, dass Alarmierungen falsch interpretiert werden und im schlimmsten Fall zu Panik führen.
Nutzung kostenlos
Für Bürger ist die Nutzung kostenlos - und denkbar einfach. Sie müssen sich einmalig per SMS über die Servicenummer 0163/7558842, Stichwort "KATWARN" anmelden und das Postleitzahlgebiet angeben, für das die Warnung gelten soll. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Allerdings endet der Service an der Stadtgrenze. Postleitzahlen im Speckgürtel werden nicht berücksichtigt.
"KATWARN" ist bei alledem eine günstige Innovation. Für Einführung, Betrieb und das Versenden der Warn-SMS veranschlagt Neumann lediglich 5000 Euro. Software- und Systemtechnik stellt das Fraunhofer-Institut der Hamburger Feuerkasse zur Verfügung, die die technische Plattform finanziert.

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