Plus-Übernahme : Kartellamt: Edeka missbrauchte Marktmacht

Das Bundeskartellamt hat an den Geschäftspraktiken von Edeka auszusetzen. Dieses Foto entstand in einer Filiale in der HamburgerHafencity.
Das Bundeskartellamt hat an den Geschäftspraktiken von Edeka auszusetzen. Dieses Foto entstand in einer Filiale in der HamburgerHafencity.

Im Jahr 2009 übernahm Edeka die Discount-Kette Plus. Danach soll das Unternehmen von Lieferanten „Hochzeitsrabatte“ verlangt haben. Ein Fall für das Bundeskartellamt.

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03. Juli 2014, 15:13 Uhr

Hamburg | Deutschlands führender Lebensmitteleinzelhändler Edeka hat nach Auffassung des Bundeskartellamts nach der Übernahme des Discounters Plus unbotmäßige Bonusforderungen an Lieferanten gestellt. Edeka hatte Plus 2009 übernommen. Die Zentrale des genossenschaftlich strukturierten Unternehmens soll anschließend bei Lieferanten eine Reihe von Vergünstigungen - „Hochzeitsrabatte“ - ohne entsprechende Gegenleistungen eingefordert haben. Dies wertete die Behörde als missbräuchlich, wie die Kartellwächter am Donnerstag mitteilten. Ein Bußgeld wird nicht fällig.

Die Behörde hat in dem Verwaltungsverfahren eine Grundsatzentscheidung für die gesamte Branche gefällt: Wenn ein Händler auf den Beschaffungsmärkten eine so starke Marktstellung habe, dass Lieferanten von ihm abhängig sind, dürfe er gegenüber diesen Lieferanten keine Vorteile ohne sachlich gerechtfertigten Grund fordern.Gegen die Entscheidung kann beim Oberlandesgericht Düsseldorf binnen vier Wochen Beschwerde eingelegt werden. Edeka begrüßte, dass das Kartellamt nach fünfjähriger Untersuchungsdauer nun endlich zu einem Abschluss gekommen sei. „Die Entscheidung werden wir jetzt mit Interesse detailliert auswerten und über das weitere Vorgehen entscheiden.“ 

„Unsere Entscheidung dient dem Erhalt eines funktionsfähigen Wettbewerbs und damit dem Schutz der kleineren Wettbewerber, der Lieferanten und der Verbraucher“, teilte Kartellamtschef Andreas Mundt mit. Für die Zukunft sei die Grenze zwischen kartellrechtlich zulässigen „harten Verhandlungen“ und unzulässigen Verhaltensweisen marktmächtiger Handelsunternehmen abgesteckt worden.

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