Deutschland-Tour : Justin Bieber - ein Mädchenschwarm in Hamburg

Ein Engel? Justin Bieber fliegt auf die Bühne in der O2 World in Hamburg. Foto: dpa
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Ein Engel? Justin Bieber fliegt auf die Bühne in der O2 World in Hamburg. Foto: dpa

Das Kapuzineräffchen wird beschlagnahmt, Fans müssen in Berlin Stunden auf den Einlass warten. Beim Konzert in Hamburg gibt Justin Bieber den perfekten Popstar

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04. April 2013, 10:56 Uhr

Hamburg | Wäre auf der Videoleinwand nicht überdeutlich zu erkennen, dass dieser Justin Bieber vor allem aus einem gut trainierten Körper besteht, könnte man auch leicht meinen, er sei ein Magnet. Geht der 19-Jährige auf der Bühne in der Hamburger O2 World einen Schritt nach links, folgen ihm Tausende Hände. Geht er einen Schritt nach rechts - dasselbe Spiel. Der Kanadier gibt an diesem Abend das dritte Konzert in Deutschland auf seiner aktuellen Tour.

Rund 10.000 Fans sind gekommen. Sie sind vor allem: jung, weiblich, oft lautstark. Und sie kümmern sich nicht um die Schlagzeilen, die Bieber zuletzt abseits der Musik produzierte.

Marihuana und Rangelei

In der vergangenen Woche hatte der Münchner Zoll das Kapuzineräffchen des Teenie-Schwarms beschlagnahmt, weil notwendige Dokumente fehlten. In Berlin mussten Fans über zwei Stunden in der Kälte ausharren, weil es am Einlass haperte. Von angeblichem Marihuanakonsum und einer Rangelei mit einem Paparazzo ganz zu schweigen.

"Ach, das finde ich nicht schlimm. Er ist doch auch ein Mensch", sagt die 16-Jährige Michelle aus Hamburg vor dem Konzert am Dienstagabend. Sie hat 65 Euro gezahlt, um dem Menschen Bieber nahe zu sein. Wegen seiner Musik sagt sie. Und etwas leiser: "Er ist schon hübsch."

Teure Plätze bleiben frei

Bieber lässt auch in der Hansestadt eine Weile auf sich warten. Um 18.30 Uhr beginnt die Vorgruppe, die Schweriner Band Neon Dogs. Die Halle ist zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht voll. Ordner lassen einige Fans aus den hinteren Reihen in das teurere Areal direkt vor der Bühne vorrücken. Wer hier stehen wollte, musste rund 120 Euro auf den Tisch legen. Augenscheinlich blieben Karten über.

Vorne gilt die Regel: Keine Teddybären auf die Bühne zu werfen. Die Gesundheit des Künstlers sei ansonsten gefährdet, heißt es im ernsten Ton per Durchsage. Bei Biebers Publikum wohl ein sinnvoller Hinweis. Wie in der Schule heben die Teenager artig die Hand, um für den Bereich vor der Bühne ausgewählt zu werden. Hier und da ist auch mal das ergraute Haar eines Erziehungsberechtigten zu sehen. Aber: Als Justin Bieber gut 90 Minuten nach dem letzten Lied der Vorgruppe an riesigen Flügeln in die Halle schwebt, sind immer noch freie Plätze zu sehen. Die Sanitäter, die sich um einige junge Frauen kümmern, kommen leicht voran. Größere Notfälle seien nicht berichtet worden, erklärt die Feuerwehr Hamburg am Mittwoch.

Der Höhepunkt: Justin Bieber zieht seine Jacke aus

Bieber serviert seinem johlenden Publikum eine perfekt durchgeplante Show aus Tanz, dröhnenden Bässen und Videokunst. Seine Stimme geht in alldem fast ein wenig unter. Aber wegen des Gesangs allein sind die Menschen auch kaum gekommen. Ein lautstark begleiteter Höhepunkt ist, wenn Bieber sein Jacke auszieht und nur im Unterhemd auf der Bühne steht - und Bieber macht das häufig an diesem Abend. Als er zu "One Less Lonely Girl" eine junge Frau auf die Bühne holt und anschmachtet, wirkt er wie der perfekte Herzensbrecher.

Bieber war schnell zum Weltstar geworden. Im vergangenen Jahr verdiente er laut Wirtschaftsmagazin "Forbes" umgerechnet 42 Millionen Euro. Als 14-Jähriger wurde er eher zufällig im Internet entdeckt. Privatvideos aus dieser Zeit zeigte er während der Show in Hamburg. Die Botschaft: Das war früher. Heute will der Kanadier makelloser Popstar sein. Zumindest auf der Bühne gelang es ihm.

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