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HSV nach Slomka-Entlassung : Josef Zinnbauer neuer Cheftrainer beim HSV

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HSV-Chef Beiersdorfer ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Trainer Slomka fündig geworden. U-23-Trainer Josef Zinnbauer ist der neue Cheftrainer. Wunschtrainer Thomas Tuchel hat dem HSV abgesagt.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 14:43 Uhr

Hamburg | Josef Zinnbauer ist bis auf Weiteres neuer Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer am Dienstag in Hamburg mit. Bereits am Mittwoch Vormittag soll Zinnbauer das Training leiten. Der 44 Jahre alte Trainer betreute bislang die U-23-Mannschaft des HSV. Das Team hat in der Regionalliga Nord acht Siege in Serie gefeiert. Der 44 Jahre alte Coach wird von Patrick Rahmen, dem Cheftrainer der Nachwuchsteams U 16 bis U 23, unterstützt. Torwarttrainer wird Stefan Wächter.

Obwohl das Heuern und Feuern im Volkspark seit Jahren anhält, besteht leise Hoffnung auf Besserung. Grund: Die Strukturen beim Bundesligisten sind grundlegend andere geworden, die verantwortlichen Personen wurden ausgetauscht. Durch die ausgegliederte Profi-Abteilung, die auf Aktienbasis neue Finanzquellen erschließen will, ist eine andere Entwicklung des mittelständischen Unternehmens HSV möglich, als das in Form eines eingetragenen Vereins mit Mitgliedervetorecht bisher der Fall war. Größter Hoffnungsträger für eine Umwälzung beim HSV ist dabei Dietmar Beiersdorfer. Der 50 Jahre alte Vorstandsvorsitzende gilt als seriöser und emsiger Arbeiter, der im Gegensatz zu vielen anderen nicht das Bad in der Menge sucht und sich lieber die Zunge abbeißt, bevor er Interna ausplaudert.

Was beim HSV aber an frühere Zeiten erinnert: Leute wie HSV-Edelfan und Investor Klaus-Michael Kühne mischen sich ins operative Geschäft ein und torpedieren damit Beiersdorfers Kurs. Milliardär Kühne, der dem HSV bislang 25 Millionen Euro zu einem erklecklichen Zinssatz geliehen hat, posaunt seine Vorstelllungen von guten und schlechten Trainern und eben solchen Spielern heraus. Slomka mochte er nie. Thomas Tuchel, so hört man, soll er super finden. Doch Wunschtrainer Tuchel soll nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 dem Hamburger SV als möglicher Nachfolger des beurlaubten Trainers Mirko Slomka bereits abgesagt haben. Der frühere Coach des Fußball-Bundeslisten 1. FSV Mainz 05 plane anders, hieß es. Der 41 Jahre alte Fußballlehrer hat Mainz 05 zum Ende der vergangenen Saison trotz laufenden Vertrages bis 2015 verlassen. Weil sein Kontrakt nicht aufgelöst wurde, muss für Tuchel eine Ablösesumme an Mainz 05 gezahlt werden, falls er vor Vertragsende einen Trainerjob bei einem anderen Verein übernehmen sollte.

Der HSV muss aber schon jetzt tüchtig bluten für die verkorkste Vergangenheit: Fink, van Marwijk und Slomka sowie Ex-Sportchef Oliver Kreuzer kosten stattliche Abfindungen. Ein Fass ohne Boden. Interessanterweise werden auch Namen kolportiert, die das Gegenteil von Tuchel verkörpern: Felix Magath zum Beispiel. Der ehemalige Profi und Trainer des HSV ist mit seinem englischen Zweitligisten FC Fulham am Tabellenende angekommen und muss in England mit seinem Rauswurf rechnen. Zudem geistern die Namen Thomas von Heesen, Markus Babbel, Bernd Schuster, Stefan Effenberg, Thomas Doll und Huub Stevens durch den Volkspark.

Am Vorabend war der erfolglose Mirko Slomka nach siebenmonatiger Amtszeit beurlaubt worden. Slomkas Bilanz in der Fußball-Bundesliga ist erschütternd: 16 Punktspiele saß er beim HSV auf der Bank, herausgesprungen sind zehn Niederlagen, drei Siege und drei Unentschieden. Mit Ach und Krach entkam der Verein vor wenigen Monaten seinem ersten Abstieg aus der Eliteliga. Die Punkteausbeute weist Slomka hinter Michael Oenning als erfolglosesten Trainer der HSV-Geschichte aus. In den vergangenen zehn Partien gelang dem ehemaligen Coach von Hannover 96 und Schalke 04 kein Sieg - nicht einmal ein Tor. Selbst mit einer zuletzt auf sieben Positionen runderneuerten Mannschaft konnte er am vergangenen Sonntag beim 0:2 in Hannover keine Fortschritte nachweisen.

Fans sind auf Twitter bedient von der Politik des HSV und hatten eigene Vorschläge für den Trainerposten.

Die ersten Reaktionen im Netz zeigen zum einen Zustimmung für Zinnbauer.

Zum anderen sehen viele User die Entscheidung aber auch kritisch.

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