Das Gesicht vom „Grossstadtrevier“ : Jan Fedder: Ein Hamburger Jung wird 60

In Hamburg St. Pauli aufgewachsen, schaffte Jan Fedder den Sprung ins Filmgeschäft. Am 14. Januar wird plattschnackende Schauspieler 60 Jahre alt.

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08. Januar 2015, 14:58 Uhr

Hamburg | Am 14. Januar erblickte im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli der kleine Jan Fedder das Licht der Welt. Er wuchs als Sohn eines Kneipenbesitzers und einer Tänzerin auf. Die Kneipe seiner Eltern wurde regelmäßig bereits um 18 Uhr geschlossen, damit die Söhne Jan und Oliver möglichst wenig von den Betrunkenen und Prostituierten mitbekamen. Bevor Fedder mit 13 Jahren das erste Mal auf einer Bühne und vor der Kamera stand, sang er schon im Alter von sieben Jahren in der St. Michaelis-Kirche auf Sankt Pauli im Knaben-Chor.

Seine ersten Schritte vor der Kamera machte Fedder im dem Film „Reisedienst Schwalbe“. Das war 1968. Als Bootsmann Pilgrim stand Jan Fedder dann 1981 in dem deutschen Filmklassiker „Das Boot“ vor der Kamera. Der für sechs Oskars nominierte Film war für Jan Fedder das Sprungbrett auf die große Bühne des Filmgeschäfts.

Seit 1991 ist Jan Fedder in seiner Paraderolle als Polizeioberkommissar Dirk Matthies in der Fernsehserie „Großstadtrevier“ zu sehen. Die Rolle, die ihm unter anderem die Auszeichnung „Ehrenkommissar 1999“ der Polizei Schleswig-Holstein einbrachte, spielt der Hamburger bis heute. Einzig seine Gesundheit macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Eine Krebserkrankung brachte Jan Fedder 2012 dazu, seine Rolle als Oberkommissar zunächst niederzulegen. Auch eine Blutvergiftung hielt ihn vom Dreh ab. Wie stern.de berichtet, will Jan Fedder aber ab Februar wieder vor der Kamera stehen – für seine große Rolle im Großstadtrevier.

Auch mit Schleswig-Holstein ist Fedder verbunden: Seit 1997 spielt der Hamburger neben Peter Heinrich Brix die Hauptrolle Kurt Brakelmann in dem fiktiven Dorf Büttenwader. Gedreht wird die Serie im Kreis Stormarn und Umgebung. Neben der auf Hochdeutsch gedrehten Version der Serie gibt es auch „Büttenwarder op Platt“.

Im fiktiven NDR-Dorf „Büttenwarder“ sind Zeit und Entwicklung stehen geblieben, man könnte auch sagen: es geht gemächlich Norddeutsch zu. Die Schauspieler Peter Heinrich Brix (r.) Jan Fedder leben dort als die liebenswerten Dorfdeppen Adsche und Brakelmann in den Tag hinein. Sie finden immer wieder neue Ideen, um ihr Dorf vor dem vermeintlichen Untergang zu retten.
Foto: dpa
Im fiktiven NDR-Dorf „Büttenwarder“ sind Zeit und Entwicklung stehen geblieben, man könnte auch sagen: es geht gemächlich Norddeutsch zu. Die Schauspieler Peter Heinrich Brix (r.) Jan Fedder leben dort als die liebenswerten Dorfdeppen Adsche und Brakelmann in den Tag hinein. Sie finden immer wieder neue Ideen, um ihr Dorf vor dem vermeintlichen Untergang zu retten.
 

Neben der Fernsehkarriere ist Jan Fedder auch hin und wieder als Synchronsprecher tätig. Unter anderem lieh er „Herbert“ in den „Werner“-Filmen seine Stimme. Auch sein Hobby, das Singen, kommt nicht zu kurz: Gemeinsam mit seiner Band „Big Balls“ hat Fedder bereits zwei CDs veröffentlicht: „Aus Bock“ erschien 1998 und „Fedder geht's nicht“ im Jahr 2004.

Heute lebt der gebürtige Hamburger mit seiner Frau Marion auf einem Bauernhof in Ecklak im Kreis Steinburg. Zu seinem Geburtstag wünscht Fedder sich „Gesundheit und dass ich noch lange durchhalte. Und Marion auch“, sagte er kürzlich dem Hamburger Abendblatt.

Jan Fedder mit seiner Frau Marion Fedder.
Foto: imago/Future Image
Jan Fedder mit seiner Frau Marion Fedder.
 

Das Schlimmste was er sich vorstellen kann: „Dass Marion nicht mehr da ist.“ Vor 15 Jahren heiratete er, damals 45-Jährige seine Frau. Damals habe er laut eigener Aussage alle Blumenläden Hamburgs leer gekauft, um seiner angetrauten einen Thron aus 700 Blumen zu basteln.

In das neue Jahr startet der Schauspieler optimistisch. Es sei alles wieder „tippitoppi“.

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