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Insolventes Solarunternehmen : Investor Kawa kauft weitere Teile von Conergy

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Der US-amerikanische Investor Kawa übernimmt Einheiten des insolventen Hamburger Solarunternehmens Conergy - und rettet damit auch 140 Arbeitsplätze in Deutschland.

Der US-amerikanische Finanzinvestor Kawa kauft nach seinem Einstieg bei dem insolventen Solarunternehmen Conergy weitere Teile des Konzerns. Zum 1. Oktober werde Kawa die deutschen Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie die internationalen Einheiten in Italien, Großbritannien und Australien übernehmen, teilte Conergy am Donnerstag in Hamburg mit. Damit würden 350 Arbeitsplätze gesichert, davon 140 in Deutschland. Genauso viele Jobs in Deutschland gehen verloren, im wesentlichen in der Hamburger Verwaltung.

Noch offen ist die Zukunft der rund 500 Arbeitsplätze in der Produktion an den Standorten Frankfurt/Oder und Rangsdorf bei Berlin. Für Conergy wird in der nächsten Woche das Insolvenzverfahren eröffnet.

An der Börse war Conergy schon lange vor dem Insolvenzantrag im Juli tief gefallen. In den vergangenen fünf Jahren verlor der einstige Börsenstar mehr als 99 Prozent an Wert und wurde damit nach Daten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz zu einem der größten Kapitalvernichter in Deutschland.

Conergy kämpft seit langem ums Überleben. Schon 2007 stand das Unternehmen vor dem Aus. Der Ökostrom-Pionier hatte sich von Wind über Solar bis zu Biomasse auf praktisch alle Formen der erneuerbaren Energien gestürzt und sich damit völlig verhoben. Der letzte Gewinn stand 2005 in den Büchern. Das Unternehmen mit einst rund 2500 Beschäftigten durchlief ein hartes Umbauprogramm, trennte sich von zahlreichen Randbereichen und konzentrierte sich voll auf das Solargeschäft. Als 2011 eine für die Aktionäre schmerzhafte Umschuldung gelang, schien das der Befreiungsschlag zu sein.

Die Strategie des Unternehmens galt als aussichtsreich, sich statt auf eine eigene Produktion im Solar-Bereich stärker auf den Vertrieb und die Planung von Anlagen zu konzentrieren. So reduzierte Conergy im vergangenen Jahr trotz des massiven Preisverfalls in der Branche seine Verluste. Zuletzt wollte das Unternehmen vor allem im Großkraftwerksbereich wachsen. Doch dafür erhielt es nicht mehr genügend Geld.
Für die Handelskammer Hamburg ist die frühere Förderpolitik für erneuerbare Energien mitverantwortlich für die Conergy-Krise.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 12:49 Uhr

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