transparenz.hamburg.de : Internetportal: Hamburgs Verwaltung wird transparent

In Hamburg liegen künftig Verträge der Stadt und Managergehälter öffentlicher Unternehmen offen.
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In Hamburg liegen künftig Verträge der Stadt und Managergehälter öffentlicher Unternehmen offen.

Was in Hamburger Ämtern entschieden wird, ist künftig nicht mehr geheim. Jeder kann es im Internet nachlesen. Die Verwaltung muss Beschlüsse und Verträge auf einem Transparenzportal veröffentlichen - und umdenken.

shz.de von
01. Oktober 2014, 06:57 Uhr

Hamburg | Hamburg bekommt eine gläserne Verwaltung: Offiziell und bundesweit einmalig startet am Mittwoch das Transparenzportal der Hansestadt. Jedermann kann im Internet nachlesen, was etwa die Chefs öffentlicher Unternehmen verdienen oder was die Verträge der Stadt mit Unternehmen beinhalten. Auch staatliche Gutachten oder die Höhe der Zuwendungen von Firmen und Organisationen an die Stadt sind kein Geheimnis mehr.

Die Stadt ist damit gesetzlich verpflichtet, all diese Informationen von sich aus unter http://transparenz.hamburg.de ins Internet zu stellen. Dort finden sich dann unter anderem auch alle Senatsentscheidungen, Geo- und Umweltmessdaten sowie Baugenehmigungen.

Nicht nur für wissbegierige Bürger ist das Portal ein großer Schritt. Noch umwälzender sind die Veränderungen für die Verwaltung. Galt der Ausschluss der Öffentlichkeit in den Amtsstuben über Jahrhunderte quasi als Geschäftsmodell und wurden Informationen wenn überhaupt, dann nur auf Antrag herausgegeben, muss sie nun grundlegend umdenken. Denn all ihr Handeln wird nun unmittelbar sicht- und überprüfbar.

Nach Ansicht von Experten ist das ein grundlegender Wandel im Selbstverständnis von Verwaltungen und kommt einer Informationsrevolution gleich. Lob bekommt Hamburg dafür von der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International (TI) und der Chaos Computer Club (CCC). Bürgermeister Olaf Scholz und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (beide SPD) wollen am Mittag das Transparenzportal vorstellen.

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