Nach Evakuierung in Hamburg : Illegales Feuerwerk: Ermittlungen nach Riesenfund

In dem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Billstedt hat die Polizei zwei Tonnen Pyrotechnik entdeckt.
In dem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Billstedt hat die Polizei mehrere Tonnen Pyrotechnik entdeckt.

Hamburger Fahndern ist kurz vor Silvester ein großer Erfolg gegen Verkäufer von illegaler Pyrotechnik gelungen. Doch nicht nur tonnenweise Feuerwerkskörper wurden gefunden.

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31. Dezember 2014, 14:57 Uhr

Hamburg | Handball-große Böller, Sprengstoff und Pistolen: Nach dem bisher größten Fund von illegalem Feuerwerk im Hamburger Stadtgebiet kommen immer weitere Details ans Licht. So wurden neben insgesamt vier Tonnen Pyrotechnik fünf Schusswaffen sowie zweieinhalb Kilogramm Gesteinssprengstoff bei dem Einsatz gefunden, wie Axel Hirth vom Zollfahndungsamt Hamburg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ein 45-jähriger Mann wurde bei dem Großeinsatz von Polizei, Zoll, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk am Dienstagabend vorläufig festgenommen.

Unter den Schusswaffen seien eine sogenannte Pumpgun und eine Glock-Pistole gewesen, sagte Hirth. Auch sei ein metallischer Gegenstand gefunden worden, bei dem es sich um eine Tretmine handeln könnte. „Der hatte da ein ganzes Arsenal“, sagte Hirth.

Zunächst hatten die Ermittler von drei Tonnen Feuerwerkskörpern gesprochen. Das Feuerwerk war in einer Wohnung und in der Tiefgarage eines mehrstöckigen Hauses im Stadtteil Billstedt sowie in einer Werkstatt im Stadtteil Hamm gefunden worden.

Laut Polizei war es auch unsachgemäß gelagert worden. Wäre in dem Haus ein Feuer ausgebrochen, hätte es zu einer Katastrophe kommen können, sagte Hirth. „Wir sind jedenfalls sehr, sehr froh, dass wir das Lager geräumt haben.“

Nun versuchen die Ermittler herauszufinden, ob der 45-jährige Wohnungsmieter, der bisher polizeilich nicht bekannt war, Komplizen hatte und wie er an die Feuerwerkskörper und an den Sprengstoff kam. Die meisten Feuerwerkskörper wurden in der Wohnung und in der dazu gehörenden Tiefgarage in Billstedt gefunden. Etwa eine halbe Tonne sei in der Werkstatt in Hamm gelagert gewesen, die offenbar als Verkaufsstätte gedient habe.

Es seien auch 20.000 bis 30.000 Euro sichergestellt worden, sagte der Zoll-Sprecher. Am Dienstagabend mussten bis zum Abtransport der tausenden Böller und Raketen 200 Wohnungen in der Umgebung evakuiert werden. Am späten Abend brachten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks die Feuerwerkskörper dann an einen sicheren Ort, wie ein Polizeisprecher sagte. Einige der Böller hätten chinesische Schriftzeichen getragen.

Auf die Spur der Feuerwerkverkäufer waren die Fahnder durch einen anonymen Hinweis gekommen. Dieser habe erst in die Werkstatt im Stadtteil Hamm und dann nach Billstedt geführt. Die Polizei rief erneut dazu auf, Feuerwerkskörper und Raketen ausschließlich im autorisierten Fachhandel zu kaufen.

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