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Kolumne „Eingeworfen“ : HSVPlus-Abstimmung ist nur der erste Schritt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Reformkonzept ist dringend notwendig. Aber der HSV braucht mehr als Geld und eine AG. Eine Kolumne von Matthias Wohlrab.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 09:29 Uhr

Hamburg | Die Mitglieder haben entschieden. Und das Votum fiel eindeutig aus. 86,9 Prozent stimmten für das Reformkonzept „HSVPlus“ – und somit für gravierende Veränderungen beim sportlich und wirtschaftlich schwer angeschlagenen Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Verständlich, die Leidensgrenze der Fans war nach der abgelaufenen Horrorsaison überschritten. Deshalb die klare Mehrheit, deshalb die historische Entscheidung für „HSVPlus“. Eine Entscheidung, die im Übrigen quasi alternativlos war, weil eine Blockade den Verein in ein noch größeres Chaos gestürzt hätte.

„HSVPlus“ bedeutet: die Ausgliederung der Profis in eine AG, die Öffnung für Investoren, das Aus für Vorstand und Aufsichtsrat. Klingt gut. Dietmar Beiersdorfer, ein kluger und fachkundiger Mann, könnte bald wieder die sportlichen Geschicke leiten. Im Kontrollgremium könnten bald fähige(re) Menschen sitzen. Und dank Investor Klaus-Michael Kühne könnte demnächst mehr Geld in der Kasse des mit 100 Millionen Euro verschuldeten Clubs sein. Klingt noch besser.

Aber: „HSVPlus“ ist kein Allheilmittel. Es steht nicht automatisch für einen raschen und nachhaltigen Aufschwung. Schon allein deshalb nicht, weil die Aufräumarbeiten im Profikader viel Zeit benötigen. Was zudem gern vergessen wird: Der HSV hatte auch bislang eine Struktur, die sportlichen Erfolg vielleicht nicht begünstigt, aber durchaus ermöglicht hat. Es war nicht die Gesellschaftsform, die den Verein an den Abgrund geführt hat. Es waren die handelnden Personen.

Und deshalb ist es auch kein Geheimnis, was der Club noch dringender braucht als Geld oder eine AG: Qualität in der Führungsetage. Bosse, die ein Klima erzeugen, in dem Profifußballer und Geschäftsstellenmitarbeiter wieder gern in den Volkspark kommen. Der Name Beiersdorfer macht in diesem Kontext Hoffnung, der neue Aufsichtsrat ebenfalls.

Aber auf dem langen Weg, wieder ein ernstzunehmender Bundesligist zu werden, war der gestrige Tag nur der erste Schritt. Der erste von sehr, sehr vielen.

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