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Relegation gegen Greuther Fürth : HSV steht einen Schritt näher am Abgrund

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Der HSV verkrampft und ideenlos, Fürth engagiert und ohne Respekt. Das Hinspiel in der Relegation endet unentschieden. Selbst HSV-Chef Jarchow kommentiert ernüchtert: „Fürth ist die bessere Mannschaft.“

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 22:41 Uhr

Nach einem saft- und kraftlosen Auftritt steht das Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger nach 51 Jahren vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Die Hanseaten kamen am Donnerstag im ersten
Relegationsspiel gegen den Zweitliga-Dritten SpVgg Greuther Fürth
nicht über ein 0:0 hinaus und verpassten die Gelegenheit, sich mit
Blick auf ihre notorische Auswärtsschwäche ein Polster für das
Rückspiel am Sonntag (17.00 Uhr) in Franken zu verschaffen. Fehlen
wird dann Außenverteidiger Dennis Diekmeier, der sich die fünfte
Gelbe Karte der Saison einhandelte.

Die Gäste verdienten sich das Unentschieden vor 57.000 Zuschauern
durch eine engagierte Vorstellung und waren dem Sieg deutlich näher
als der harmlose HSV. „Fürth ist die bessere Mannschaft. Ich bin
froh, dass es noch 0:0 steht", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende
Carl Jarchow schon zur Pause im TV-Sender Sky ernüchtert.

Nach der jüngsten Negativserie von fünf Niederlagen am Stück agierten
die Hamburger im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel um den Liga-Verbleib
ohne Sicherheit und Selbstvertrauen. Im Gegensatz zum verkrampften
HSV spielten die Fürther gestützt auf eine stabile Abwehr
erfrischenden Offensiv-Fußball und können nun auf ein zweites
Gastspiel in der Eliteklasse hoffen. Bereits in der Spielzeit 2012/13
waren die Franken Erstligist.

Kurz vor dem Anstoß hatte der HSV eine Hiobsbotschaft verkraften
müssen. Stammtorhüter Rene Adler klagte nach dem Aufwärmen über
Rückenprobleme und signalisierte, dass er nicht spielen könne. Für
den etatmäßigen Schlussmann kam Jaroslav Drobny zu seinem fünften
Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Mit einer soliden Leistung
erwies sich der Tscheche als Rückhalt für die mit 75 Gegentoren
schwächste Hintermannschaft der Liga. Auf Abwehrchef Heiko Westermann
verzichtete Trainer Mirko Slomka nach dem Aussetzer des
Innenverteidigers in Mainz freiwillig. Für ihn kam Johan Djourou zum
Zuge.

Die Franken, die von den letzten 14 Zweitliga-Spielen nur eines
verloren hatten, zeigten keinerlei Respekt. Die Mannschaft von Frank
Kramer attackierte früh und suchte mit überfallartigen Kontern den
Weg zum HSV-Tor. Dem frei stehenden Zoltan Stieber bot sich in der
17. Minute die erste Chance des Spiels, doch der Fürther Angreifer
traf den Ball nicht richtig und verzog. Neun Minuten später lenkte
Drobny einen Schuss von Ilir Azemi mit dem Fuß zur Ecke und bewahrte
die in der Defensive wankenden Hanseaten vor dem drohenden Rückstand.

Während der Zweitligist das Mittelfeld mit flotten Kombinationen
überbrückte, agierte der verunsicherte HSV ideenlos und kam nur durch
Standards vor das Gehäuse des früheren Hamburgers Wolfgang Hesl. Auch
die Leistungsträger blieben weit hinter den Erwartungen zurück.
Sturm-Hoffnung Pierre-Michel Lasogga lief sich immer wieder in der
Abwehr fest, Rafael van der Vaart konnte das Tempo der Gegenspieler
nur selten mitgehen. Die Versuche von Hakan Calhanoglu aus der
Distanz glichen Verzweiflungsschüssen.

Auch nach dem Seitenwechsel stellte Greuther Fürth das zielstrebigere
Team. Niko Gießelmann (51.) per Kopf und Nikola Djurdjic (53.), der
knapp an einer scharfen Hereingabe vorbeirutschte, boten sich die
nächsten Möglichkeiten zur eigentlich verdienten Führung der Gäste.
Erst in der 65. Minute kamen die bisweilen hilflos wirkenden
Hausherren zu ihrer ersten richtigen Torchance durch Lasogga, dessen
Kopfball Hesl aber sicher parierte. Fünf Minuten vor dem Ende
scheiterte Lasogga erneut am glänzend reagierenden Gäste-Keeper.

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