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Relegation gegen Greuther Fürth : HSV: Selbstbewusst oder überheblich?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das erste Relegationsspiel war eine Enttäuschung, am Sonntag droht das Rückspiel . Die Spieler des Hamburger SV sehen sich weiter als Favorit.

Der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit ist schmal. Und so kam es, dass die Spieler des Hamburger SV die Grenze nach dem enttäuschenden 0:0 im ersten Relegationsspiel zur Fußball-Bundesliga gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth hier und da überschritten. „Wir sind der Erstligist“, antwortete Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier lapidar darauf, wer denn der Favorit im Rückspiel am Sonntag (17 Uhr) bei den Franken sei. Offensivspieler Hakan Calhanoglu begegnete genervt dem Einwand, nach dem torlosen Remis könnte die Auswärtsschwäche des HSV mit neun Niederlagen in Folge eine schwere Hypothek für das wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte sein: „Vielleicht sieht das ja gegen einen Zweitligisten anders aus.“

Beide hatten zu diesem Zeitpunkt wohl die 90 vorangegangenen Minuten bereits ausgeblendet. Denn der HSV selbst war es, der sich vor 56 749 Zuschauern in der Arena im Hamburger Volkspark wie ein Zweitligist präsentiert hatte. Beide Teams waren sich so mindestens auf Augenhöhe begegnet. Mehr noch: Die Gäste führten den Bundesliga-Dino, dem nach 50 Jahren und 267 Tagen in der Eliteklasse der erste Abstieg der Vereinsgeschichte droht, phasenweise vor.

Davon aber wollten Calhanoglu und Co. anschließend nichts wissen. Fürth habe sehr gut in der Defensive gestanden, erklärte der 20-Jährige zwar. „Aber man hat gesehen, dass wir unbedingt ein Tor schießen wollten. Wir haben gedrückt, aber leider den Treffer nicht erzielt.“ Kapitän Rafael van der Vaart flüchtete sich derweil in Durchhalteparolen: „Wichtig war, dass wir keinen Gegentreffer bekommen haben.“

Das Motto, das die HSV-Spieler vor der Partie in Fürth scheinbar ausgegeben haben: „Wird schon schief gehen.“ Trainer Mirko Slomka schätzte die Lage weitaus realistischer ein. Angesichts der Tatsache, dass seine Elf dem Gegner spielerisch unterlegen war, erklärte er: „Wir haben viel zu wenige Freistöße herausgeholt – da wo unsere Stärken liegen, sind wir heute nicht so zum Zuge gekommen.“ Und mit Blick auf das alles entscheidende Spiel, bei dem Torhüter Rene Adler wie schon am Donnerstag aufgrund von Rückenbeschwerden passen muss, sagte er vorsichtig optimistisch: „Wir sind auswärts für ein Tor gut, deshalb wird es am Sonntag eine spannende Partie.“

Für HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga stellt sich derweil gar nicht die Frage, wer die Relegation als Sieger beenden wird. „Wenn man die einzelnen Spieler durchgeht, sind wir auf jeder Position besser besetzt“, sagte der 22-Jährige: „Wir müssen das abrufen, was wir können, dann setzt sich unsere Qualität durch.“ Sollte wohl selbstbewusst klingen.

 

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erstellt am 17.Mai.2014 | 13:35 Uhr

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