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Nach fünf Spieltagen : HSV feuert Trainer Thorsten Fink

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Erst das 2:6 gegen Dortmund, dann eine Reise zur Familie nach München: Thorsten Fink ist nicht mehr Trainer des HSV. Kapitän Rafael van der Vaart ist entsetzt.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 06:53 Uhr

Nach nur fünf Spieltagen hat Fußball-Bundesligist Hamburger SV die Reißleine gezogen und sich von Trainer Thorsten Fink getrennt. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus HSV-Kreisen erfuhr, informierte Sportdirektor Oliver Kreuzer den Coach am Montagabend über die Trennung. Damit beurlaubte der neue Sportvorstand nach nur einem Vierteljahr an der Elbe den 45 Jahre alten Übungsleiter, mit dem er eine neue Ära bei dem Traditionsclub einleiten wollte.

„Ich bin stolz, hier gewesen zu sein die zwei Jahre. Ich habe einen tollen Verein trainiert“, sagte Fink am Morgen dem Radiosender NDR 90,3. „Jetzt ist es noch früh genug, dass man die Ziele erreicht - auch noch mit einem anderen Trainer.“ ER wolle heute zurück in die Hansestadt reisen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden. Eine offizielle Bestätigung des HSV gab es zunächst nicht.

Kapitän Rafael van der Vaart kritisiert den Zeitpunkt der Trennung von Trainer Thorsten Fink. „Oha, vor dem heißen Nordderby gegen Werder. Ich verstehe den Zeitpunkt nicht so ganz“, sagte van der Vaart der „Bild“-Zeitung. „Ich dachte, dass der Coach auch gegen Werder auf der Trainerbank sitzen würde.“ Die Trennung habe ihn überrascht. „Ich bin total schockiert. Das hätte ich nie für möglich gehalten“, meinte der Niederländer.

Die hohen Niederlagen gegen Hoffenheim (1:5) und Dortmund (2:6) sowie mehrere Kurzreisen von Fink zur Familie nach München brachten das Fass zum Überlaufen. „Zugegebenermaßen ist das etwas unglücklich, die Entscheidung getroffen zu haben, zur Familie zu fliegen“, kritisierte Kreuzer. Und dabei hatte Fink zuletzt öffentlich den inzwischen an Schalke ausgeliehenen Dennis Aogo an den Pranger gestellt, als dieser an den zwei trainingsfreien Tagen nach Mallorca geflogen war. Auch Präsident Carl Jarchow wirkte verwundert über die freien Tage nach dem Heim-Debakel gegen Hoffenheim.

„Das Thema Trainer stellt sich für mich Stand heute nicht“, hatte Kreuzer noch am Montagmittag gesagt und zugleich eingeschränkt: „Was weiß ich, was morgen ist?“ Über Nachfolgekandidaten wollte er partout nicht sprechen.

Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete in seinem HSV-Blog, dass es bereits erste Gespräche mit dem ehemaligen Hertha- und Hoffenheim-Coach Markus Babbel gegeben habe. Der ehemalige Bayern-Profi Babbel habe sich Bedenkzeit auserbeten. Vom HSV war dazu keine Stellungnahme zu erhalten. Schon länger kursierte auch der Name von Franco Foda in Hamburg.

Foda hat einst beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz mit Kreuzer zusammengearbeitet. „Ich weiß nicht, woher der Name kommt, ich habe das auch gelesen. Das ist absoluter Schwachsinn“, hatte Kreuzer vor der Fink-Beurlaubung gesagt.

Fink war am 17. Oktober 2011 als großer Hoffnungsträger vom FC Basel nach Hamburg gekommen. In seiner ersten Saison rettete der ehemalige Profi von Bayern München die Hanseaten vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit verfehlte der Westfale mit Platz sieben knapp die Europa League. Seine vollmundige Ankündigung, in dieser Saison mit den Europa-League-Anwärtern auf Augenhöhe zu sein, war schon nach fünf Spieltagen Makulatur.

Der HSV spielt am Samstag in der Bundesliga gegen den ebenfalls enttäuschend gestarteten Nordrivalen Bremen. Werder ist mit sechs Zählern 14., der HSV hat zwei Zähler weniger auf dem Punktekonto und belegt in der Bundesliga-Tabelle Rang 15. Mit 15 Gegentoren hat der HSV derzeit die schwächste Defensive in der ersten Liga.

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