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Kommentar zur Bilanz 2013 : HSH Nordbank: Der totkranke Patient

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Katastrophales Ergebnis im Geschäftsjahr 2013: Die HSH Nordbank wird auch künftig mit Altlasten zu kämpfen haben und eine Wende zum Besseren ist nicht in Sicht, meint Bernd Ahlert.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 07:28 Uhr

Es sind schwindelerregende Verluste, die die HSH Nordbank im vergangenen Jahr eingefahren hat. Und das Bittere daran ist: Eine durchgreifende Wende zum Besseren ist – trotz allem Optimismus des Vorstands – nicht wirklich in Sicht. Die Landesbank, die wie ein totkranker Patient am finanziellen Tropf der beiden Länder Schleswig-Holstein und Hamburg hängt, wird auch weiter mit Altlasten, der Schifffahrtskrise und hohen Zahlungen für die Ländergarantien kämpfen müssen.

Dabei dürfte sich noch in diesem Jahr das weitere Schicksal der Bank entscheiden. Mit dem laufenden Beihilfeverfahren und dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht werden für die HSH Nordbank zwei Fragestellungen entscheidend sein: Trägt das Geschäftsmodell der Bank? Und: Wie werden die bestehenden Kreditrisiken von den Prüfern eingestuft? Nur wenn die HSH anhand von Ergebnissen nachweisen kann, dass ihr Modell als „Bank für Unternehmer“ nachhaltig und ausreichend ertragsstark ist, hat sie eine Zukunft. Sollten die Risiken höher bewertet werden als von der Bank selbst, drohen höhere Verluste und damit der finanzielle Kollaps. Und selbst wenn beide Fragen positiv beantwortet werden, bleibt die Ungewissheit über die langfristigen Erfolgschancen der Bank.

Kein Wunder, dass Landespolitiker quer durch alle Parteien die Steuerzahler schon einmal vorsichtig auf mögliche Milliardenverluste einstimmen. Das Rettungspaket für die HSH Nordbank wird zum Vabanque-Spiel für die haftenden Länder Schleswig-Holstein und Hamburg.

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