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Spiele in Hamburg : Handelskammer-Chef drängt auf Olympia-Bewerbung

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Die Wirtschaft macht Druck auf die Stadt: Hamburg soll sich endlich um die Spiele bewerben. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz sieht den Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Hamburg | Hamburgs Wirtschaft macht Druck in Sachen Olympia. Präses Fritz Horst Melsheimer hat die wichtigste Handelskammerveranstaltung des Jahres genutzt, um Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf großer Bühne zu einer Bewerbung der Stadt um Sommerolympia aufzurufen. „Also Herr Bürgermeister – ich nehme Sie beim Wort, packen Sie es an“, sagte Melsheimer bei der „Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg“ am Silvestertag vor 2200 Kaufleuten. Gäste des traditionsreichen Jahresabschlusses der bedeutendsten Interessenvertretung der Hanse-Wirtschaft war auch Scholz persönlich mit dem Großteil seiner Senatoren. Die Steilvorlage zu der Aufforderung hatte der Bürgermeister selbst gegeben, als er zuletzt mehr Mut zu Großprojekten und eine Zukunftsvision für die Stadt verlangt hatte.

Eine direkte Antwort gab der Senatschef dem Kammerchef bei der Versammlung indes nicht – traditionell ist der „Ehrbare Kaufmann“ eine Einbahnstraße, auf der der Präses den anwesenden Senatsmitgliedern die Leviten liest. Klar ist indes, dass Olaf Scholz mit einer Olympia-Bewerbung Hamburgs liebäugelt, den richtigen Zeitpunkt aber noch nicht gekommen sieht. Einstweilen lautet die offizielle Sprachregelung des Senats, dass sich die Stadt bis Ende des Jahrzehnts im Spitzen- und Breitensport so fit machen will, um sich um jedes Sportevent der Welt bewerben zu können. Zuletzt waren die Hoffnungen auf eine Olympia-Kampagne im Stadtstaat gestiegen, als Münchens Ambitionen auf Winterspiele 2022 per Bürgerentscheid gestoppt wurden.

In Hamburg, so die Überzeugung Melsheimers, ist der Rückhalt in der Bevölkerung deutlich ausgeprägter. Der Präses zitierte eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag der Handelskammer, nach der 59 Prozent der Bürger sich für eine Bewerbung und nur 37 Prozent „eher dagegen“ aussprechen. 77 Prozent der Befragten sähen durch eine Ausrichtung der Sommerspiele Hamburgs Ruf als Weltstadt verbessert. Eine solche Bewerbung könnte „Katalysator und Leuchtturm“ für die gesamte Entwicklung Hamburgs sein, so der Präses. In den nächsten Wochen und Monaten sollten sorgfältige Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund geführt werden, um aus Fehlern vergangener Bewerbungen zu lernen und neue Chancen zu nutzen.

Mit Verweis auf die Beilegung des Windmesse-Streits zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein sprach Melsheiner zudem von einer erfreulichen Entwicklung in der norddeutschen Zusammenarbeit. Allerdings müsse die Wirtschaft stärker in die Strukturen der Metropolregion Hamburg eingebunden werden. Für 2014 kündigte der Kammerchef die Gründung einer Koordinierungsstelle von Hamburg, Brunsbüttel und Stade zur Stärkung des Unterelberaumes an.

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