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Online-Fahndung : Hamburgs Polizei startet Facebook-Fanpage

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Als sechstes Bundesland geht Hamburg mit seiner Polizei ins bekannte soziale Netzwerk. Schleswig-Holstein will in der zweiten Hälfte dieses Jahres nachziehen.

Hamburg | Wer auf Facebook nach der Polizei Hamburg sucht, landete bis heute auf einem automatisch erstellten Info-Profil, das sich aus Wikipedia-Informationen speist. Jetzt sind die Ordnungshüter mit einer eigenen Seite dort zu finden. Innensenator Michael Neumann und Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch haben die Seite am Vormittag gestartet.

„Das Kommunikationsverhalten der Menschen verändert sich permanent, soziale Netzwerke erhalten immer mehr Bedeutung für das tägliche Leben. Deshalb stellt sich auch die Polizei diesen neuen Anforderungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Beamten. Die Nutzung der Netzwerke werde „die Erfolgsaussichten der Fahndung der Polizei deutlich verbessern“, zeigte sich Senator Neumann schon im Dezember vor der Innenministerkonferenz der Länder überzeugt. In ihrem ersten Eintrag auf der Facebook-Seite schreiben die Ordnungshüter, wohin die Reise gehen soll: „Mit dieser Fanpage wollen wir Euch in erster Linie an unserem 200-jährigen Jubiläum teilhaben lassen und über die geplanten Veranstaltungen informieren. Zudem möchten wir Euch auch mit kleinen Geschichten und Fotos aus dem Polizeialltag Einblicke in unsere tägliche Arbeit geben.“ Notrufe oder Strafanzeigen sollten Nutzer aber nicht auf der Fanpage posten.

Auch Schleswig-Holstein will bald die Vorzüge sozialer Medien nutzen. Eine Projektgruppe erarbeitet derzeit Ideen, in welchem Umfang Facebook, YouTube, Twitter, Google+ und andere sozialen Medien hilfreich sein können. Erste Ergebnisse sollen intern im April zusammengetragen werden. „Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte wollen wir starten“, sagt Lothar Glamann, Sprecher des Landespolizeiamts Schleswig-Holstein in Kiel. Nicht nur für Fahndungen sollen die Netzwerke genutzt werden. „Wir prüfen alle Facetten: Öffentlichkeitsarbeit, Prävention, Nachwuchswerbung und eben auch Fahndungen“, erklärt Glamann. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass keine Fotos von Verdächtigen auf Servern außerhalb Deutschlands gespeichert werden. Die niedersächsische Polizei, Pionier der Facebook-Fahndung, nutzt Symbolfotos in den Links zu den Fahndungen, die mit Bildern der gesuchten Personen auf den eigenen Servern liegen.

Schleswig-Holsteins stellvertretende Datenschutzbeauftragte Marit Hansen geht noch weiter: „Es sollte auch sichergestellt werden, dass Nutzer anonym die Seiten aufrufen können, damit keine falschen Schlüsse gezogen werden können.“ Das sei bei sozialen Netzwerken schwierig, gesteht Hansen. Gleichzeitig müssen Mitarbeiter geschützt werden. „Wer als Polizist mit seinem Klarnamen dort agiert, gibt möglicherweise ungewollt einen Klick weiter vieles über sein Privatleben preis“, so Hansen. Und es müsse klar sein, was veröffentlicht wird und was nicht. Denn sind Informationen erst einmal im Netz, werden sie weiterverbreitet. „Was der Polizei hilft, kann gleichzeitig auch schaden, denn sie hat dann keine Kontrolle mehr darüber, wer die Angaben wohin verteilt“, gibt Hansen zu bedenken. Falls nachträglich etwas geändert werden muss, wabern die falschen Angaben weiter durch die Netzwerke. Hansen und ihre Kollegen des Datenschutzzentrums bieten ihre Unterstützung und Beratung an. „Bislang hat uns die Polizei noch nicht einbezogen“, erklärt die Datenschützerin.

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erstellt am 28.Feb.2014 | 10:54 Uhr

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