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Hohes Verkehrsaufkommen : Hamburger Hauptbahnhof platzt aus allen Nähten

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Der Hamburger Hauptbahnhof ist der Grund für Engpässe im Hamburger Schienenverkehr. Er müsste eigentlich erweitert werden. Doch das Geld fehlt.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 10:33 Uhr

Hamburg | 450.000 Reisende Tag für Tag - kein Bahnhof in Deutschland wird von mehr Menschen genutzt als der Hauptbahnhof in Hamburg. Das Gewusel von Fahrgästen der Fern-, S- und U-Bahnen mag als Inbegriff einer Millionenstadt faszinieren. Doch Verkehrsplanern treibt der immer größere Andrang die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn einer der wichtigsten Schienenknotenpunkte im nördlichen Europa hat die Grenze seiner Kapazität erreicht.
Niemand hatte an derartige Größenordnungen denken können, als die imposante Hallenkonstruktion 1906 eingeweiht wurde. Heute muss der Bahnhof an einem normalen Tag 1000 S-Bahnen, 100 ICE, 70 IC/EC, sowie 210 Regional-Expresse und Regionalbahnen verkraften; hinzu kommen durchschnittlich 16 bis 17 Güterzüge. Viele Bahnsteige sind schon in A- und B-Zonen unterteilt, um zwei Züge zeitgleich abfertigen zu können.

Bahnsteige für Durchfahrtsgleise

Die Notwendigkeit eines Ausbaus ist mithin unbestritten, doch Lösungen sind kaum in Sicht. Bereits 2009 hatte ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums die wesentliche Ursache für Engpässe im gesamten Hamburger Schienenverkehr auf die unzureichenden Kapazitäten im Hauptbahnhof zurückgeführt. Um sodann gleich klarzustellen: "Diese sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten nur sehr begrenzt erweiterbar."
Die einzige Möglichkeit, dem Nadelöhr ein ein bisschen Luft zu verschaffen, sehen die Planer in der Überbauung des Gleises 10. Dieses und das Nachbargleis 9 dienen bisher nur für Durchfahrten und verfügen über keine Bahnsteige. Einen solchen soll Gleis 9 erhalten, um Platz zu gewinnen.

Der Ball liegt in Berlin

Doch auch vier Jahre nach Vorlage des Gutachtens liegt das Vorhaben in weiter Ferne. Denn: Voraussetzung ist der Bau einer ganz neuen S-Bahn-Linie, der S4, die zwischen Hamburg und Ahrensburg einmal die Regionalbahnlinie 10 ersetzen soll. Diese würde dann Kapazitäten auf den Fern- und Regionalbahngleisen freimachen. Doch wann der Bau ins Rollen kommt, weiß noch niemand.
Da der Löwenanteil der Investitionen von mindestens 400 Millionen Euro vom Bund kommen muss, liegt der Ball in Berlin. Doch selbst wenn die Zusage käme: Bevor die S4 fertig ist und den verstopften Hauptbahnhof entlasten kann, werden noch sieben Jahre vergehen. Mindestens.

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