Frost und Schnee : Hamburger Gartenschau liegt auf Eis

So soll es bald aussehen: Auf der  Internationalen Gartenschau im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg geht es in 80 Gärten um die Welt. Foto: igs 2013Architekturdarstellung im Auftrag der IGS 2013 GmbH Hamburg
So soll es bald aussehen: Auf der Internationalen Gartenschau im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg geht es in 80 Gärten um die Welt. Foto: igs 2013Architekturdarstellung im Auftrag der IGS 2013 GmbH Hamburg

In vier Wochen soll in Hamburg die Internationale Gartenschau eröffnet werden. Doch die Nerven der Organisatoren werden mit jeder Frostnacht stärker strapaziert.

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29. März 2013, 12:47 Uhr

Hamburg | Droht ein 70 Millionen Euro-Projekt in Frost und Schnee zu erstarren? In üppiger Frühlingspracht soll in vier Wochen, am 26. April, die Internationale Gartenschau (IGS) eröffnet werden - in Hamburg-Wilhelmsburg, auf einer Fläche von 140 Fußballfeldern, auf Europas größter bewohnter Flussinsel. Doch die Betonung liegt auf "soll". "Der Märzwinter wirft unseren Zeitplan um Wochen zurück", sagte IGS-Chef Heiner Baumgarten schon Mitte März. Seitdem ist auf dem riesigen Gelände nicht viel passiert. Ans Pflanzen von 200.000 Stiefmütterchen, Bellis, Hornveilchen und Vergissmeinicht ist ebenso wenig zu denken wie an die Fertigstellung des insgesamt 15 Kilometer langen Wegenetzes oder die Bodenverlegung in den Sportanlagen. Besserung ist nicht in Sicht, der Märzwinter droht sich hartnäckig bis in den April zu halten.

Die Nerven des Organisationsteams werden mit jeder Frostnacht stärker strapaziert. "Die Ungeduld wächst ebenso wie die logistischen Herausforderungen mit jedem Tag, der tatenlos vergeht. Wir wollen endlich loslegen", sagt Kerstin Feddersen, Marketing-Chefin der IGS. Ist der Eröffnungstermin überhaupt noch zu halten? "Natürlich, es wird aber eng. Die Baufirmen werden wohl rund um die Uhr arbeiten müssen, sobald der Frost aus dem Boden ist", sagt Feddersen. Auch die Schlagzahl beim Pflanzen wird dann deutlich höher ausfallen müssen als geplant. "10.000 Frühlingsblüher pro Tag in die Beete zu bekommen wird mit Blick auf die noch anhaltende winterliche Witterung bei weitem nicht ausreichen", sagt die IGS-Sprecherin. "Der Spielraum ist stark verengt, die Spannung groß, doch Profis können damit umgehen", sagt Fernseh-Gärtner John Langley, Werbe-Ikone der IGS. Er ist sich sicher: "In vier Wochen gibt es eine blühende Eröffnung. Falls ein paar hundert Tulpen dann nicht aufgegangen sind, wird das gar nicht auffallen."

Mit jedem Wintertag kommt nicht nur der Start, sondern auch die Reihenfolge der blühenden Teppiche stärker ins Stocken. Denn die Gärtnereien, in denen die IGS-Pflanzen kultiviert werden, können derzeit keine Sommerblüher heranziehen, da ihre Hallen noch immer von der Frühlings-Edition blockiert wird. "Gefordert ist eine große Solidarität aller, die an diesem großen Projekt mitarbeiten", sagt Kerstin Feddersen. Viele ungeplante Arbeitsstunden fallen derzeit auch dafür an, dass 200.000 noch nicht gepflanzte Frühlingsblumen täglich in den Hallen gepflegt und gegossen werden müssen. "Der Arbeitseinsatz aller ist derzeit enorm, doch alle haben ein Ziel vor Augen - eine gelungene Eröffnung", sagt Kerstin Feddersen.

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