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Musicals – Reeperbahn – Elbphilharmonie : Hamburg will Musik-Hauptstadt werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburg setzt auf Musik als Touristen-Magneten. Besonders wenn die Elbphilharmonie irgendwann fertig ist, soll die Hansestadt Deutschlands beliebtestes Ziel für Musikfans werden.

Hamburg | Pünktlich vor dem morgigen Beginn des Reeperbahn-Festivals hat die Handelskammer eine intensivere Vermarktung der Musikstadt Hamburg gefordert. Bis zum Jahr 2025 rechne man damit, die relevanteste Musikstadt Deutschlands zu sein.

„Mit einem vielfältigen Mix aus Pop- und Rock-Musik, Jazz, Musicals und klassischer Musik deckt Hamburg die musikalischen Interessen aller Generationen, Bevölkerungsschichten und Kulturen hervorragend ab“, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz bei der Präsentation eines neuen Standpunktepapiers. Vor allem ginge es darum, als Musikstadt zum Zugpferd des Tourismus zu avancieren.

Bei Steigerungsraten im Tourismus von sechs Prozent sei man mit dem Status Quo zwar sehr zufrieden, sehe aber Anknüpfungspunkte zur Optimierung. „Es ist klasse, was hier läuft“, so Schmidt-Trenz, der die Musikbranche neben Industrie, Hafen, Logistik und Medien als wichtigsten Wachstumsmotor der Hansestadt bezeichnete. „Für die Zukunft wird Musik in Hamburg sogar für fast jeden zweiten Deutschen einen Reiseanlass darstellen“, ergänzte er, „und damit in der touristischen Relevanz mit dem Hafen gleichziehen“.

Dennoch liege Hamburg laut einer Studie nur auf Platz vier der deutschen Städte, die mit Musik verbunden werden, hinter Berlin, Bayreuth und Dresden. Doch während deren Schwerpunkte vornehmlich im Bereich der klassischen Musik und Oper lägen, sei Hamburgs Musikszene wesentlich breiter aufgestellt. Schmidt-Trenz sprach vom Hamburger Dreiklang „Musicals – Reeperbahn – Elbphilharmonie“, der als Grundstein für eine bessere nationale und internationale Vermarktung der Musikstadt gelegt werden soll. „Diese Bandbreite ist die Stärke, die Hamburg hat, wir sprechen viele Zielgruppen an“, sagte Schmidt-Trenz.

Die Musikwirtschaft in Hamburg zählt über 17.000 Beschäftigte, die in knapp 3500 Unternehmen tätig sind. Diese erzielen eine Bruttowertschöpfung von 638 Millionen Euro jährlich und liegen damit nur knapp unter der des Sportsektors. Rund die Hälfte dieser Wertschöpfung stammt aus der Livemusikbranche.

So steht einerseits das Mammutprojekt Elbphilharmonie, die wohl Ende 2016 endlich eröffnet wird, andererseits will Hamburg zwingend den Bau einer Musikhalle mittleren Formats (2000 bis 4000 Plätze) forcieren, womit auch die Live-Musik-Club-Szene verbessert werden soll. Das Heiligengeistfeld ist als Standort im Gespräch. Zudem will man die musikalischen Angebote von und für Jugendliche stärken. Auch eine zentrale Internetseite ist im insgesamt 13 Maßnahmen enthaltenden Vorschlagskatalog der Handelskammer vorgesehen.

Was die Finanzierung anbelangt, blieb Schmidt-Trenz aber unkonkret. So werde das vorgelegte Konzept, das einen dicken Millionenetat verschlingen würde, in die Kosten der Hamburg-Marketing GmbH mit eingebunden. Durch eine größere Attraktivität des Musikstandortes soll die touristische Nachfrage angekurbelt werden. Besonders deutlich werde dieser Effekt am Beispiel Elbphilharmonie.

„Bereits heute wollen 16 Prozent aller Bundesbürger – rechnerisch 8,6 Millionen Menschen – für ein Konzert in der Elbphilharmonie nach Hamburg reisen“, betonte Schmidt-Trenz, der, um diese Nachfrage auch zu bedienen, ein „Weltklasse-Residenz-Orchester“ für die Elbphilharmonie forderte. Schließlich würden diese Touristen einen Umsatzimpuls von jährlich 100 Millionen Euro alleine in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel auslösen. Hamburgs Musikwirtschaft erzeugt gemeinsam mit dem Musiktourismus jetzt schon eine Bruttowertschöpfung von knapp einer Milliarde Euro.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 16:58 Uhr

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