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Geringe Wahlbeteiligung : Hamburg-Wahl: In Billbrook gab nur jeder Vierte seine Stimme ab

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Der Landeswahlleiter stellt seine Statistik vor: In Hamburg haben so wenig Menschen wie nie zuvor gewählt.

Hamburg | Noch nie sind so wenig Hamburger zu einer Bürgerschaftswahl gegangen wie 2015 - und vor allem in ärmeren Stadtteilen blieben die Wähler am Sonntag zu Hause. Mit 26,3 Prozent fiel die Wahlbeteiligung im Stadtteil Billbrook am niedrigsten aus.

Prozentual die meisten Wähler gab es in Wohldorf-Ohlstedt - hier gaben 76,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. „Das Problem ist, dass das Wahlrecht für Personen, die sich nicht so mit Politik beschäftigen wollen, eher abschreckend wirken könnte“, sagte Landeswahlleiter Willi Beiß am Dienstag. Die Hamburger konnten am 15. Februar insgesamt zehn Stimmen abgeben: fünf für die Landeslisten der Parteien, weitere fünf für Kandidaten in den 17 Wahlkreisen. Was die Sache kompliziert macht: In beiden Fällen dürfen die Kreuzchen beliebig auf Parteien und Wahlkreiskandidaten verteilt (panaschieren) oder angehäuft werden (kumulieren).

Stadtteile mit einer Bevölkerung, die über ein höheres Einkommen verfügt, nutzen eher ihr Stimmrecht, hieß es. Hier erzielte die CDU überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Für die AfD waren ärmere Bezirke erfolgreicher, in Billbrook und Harburg erreichte die Partei mehr als zehn Prozent.

Insgesamt war die Wahlbeteiligung auf dem niedrigsten Niveau seit 1949. Nur 56,9 Prozent der wahlberechtigten Hamburger gaben am Sonntag ihre Stimme ab. Wie schon bei der Bürgerschaftswahl 2011 waren 3,0 Prozent der Stimmen ungültig. Ebenfalls wie 2011 nutzte fast jeder dritte Hamburger (30,9 Prozent) die Möglichkeit der Briefwahl.

Bürgermeister Olaf Scholz bescherte den Statistikern zufolge seiner SPD allein fast 80 Prozent aller Stimmen. So fuhr er auf der Landesliste insgesamt 735.737 von 929.126 SPD-Stimmen ein. Bezogen auf alle in Hamburg abgegebenen 3.522.714 Landeslistenstimmen entspricht das einem Anteil von knapp 21 Prozent.

Weit abgeschlagen folgte CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich. Auf ihn entfielen 134.584 der 249.373 CDU-Landeslistenstimmen, was einem Anteil von knapp 54 Prozent der CDU-Stimmen entspricht. Bei der Wahl konnten die Bürger auf den Landeslisten entweder Parteien oder aber Personen wählen. Sie hatten dafür fünf Stimmen.

Die SPD bekam trotz Verlusten in allen 17 Wahlkreisen die meisten Wahlkreisstimmen. Die FDP erreichte ihren höchsten Stimmenanteil mit 13,7 Prozent in Blankenese, kam insgesamt jedoch nur in 12 Wahlkreisen über die Fünf-Prozent-Hürde. Für die rechtskonservative AfD war der Wahlkreis Süderelbe mit 9,3 Prozent am erfolgreichsten, den geringsten Wert erzielte die Partei in Altona mit 2,8 Prozent.

Dort erzielten die Grünen ihr bestes Ergebnis mit 25,6 Prozent. Die CDU hatte in allen Wahlkreisen Stimmen verloren.

Heruntergebrochen auf einzelne Stadtteile erzielte die SPD in Waltershof/Finkenwerder mit 58 Prozent ihr bestes und mit 19,2 Prozent im Stadtteil Kleiner Grasbrook/Steinwerder ihr schlechtestes Ergebnis. Die CDU konnte mit 31,3 Prozent vor allem in Reitbrook punkten, während sie auf der Veddel und in der Sternschanze auf jeweils nur 2,9 Prozent kam. Die Linken erzielten mit 31,9 Prozent ihr bestes Ergebnis im Stadtteil Kleiner Grasbrook/Steinwerder, ihr schlechtestes mit 2,2 Prozent in Nienstedten.

Bei der FDP war es genau andersherum. Sie kamen in diesen Stadtteilen auf 2,6 beziehungsweise 22,9 Prozent. Die Grünen konnten sich in der Sternschanze auf 27,0 Prozent freuen, während sie in Billbrook nur 4,1 Prozent erreichten. Genau das Gegenteil bei der AfD: Sie kam in Billbrook auf 13,3 Prozent, in der Sternschanze nur auf 1,3 Prozent.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 18:16 Uhr

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