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Mit wem regiert Scholz? : Hamburg vor der Wahl 2015: So stehen die Chancen

vom

230.000 Hamburger haben schon gewählt. Alle anderen Wahlberechtigten sind am Sonntag zur Wahl aufgerufen.

Hintergründe, Prognosen und am Sonntagabend die Ergebnisse: Alles zur Bürgerschaftswahl auf shz.de/hamburgwahl2015.

Rund 1,3 Millionen Bürger in Hamburg können am Sonntag über die Zukunft der einzigen SPD-Alleinregierung auf Landesebene entscheiden. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Eine weitere Neuheit: Die Hamburger bestimmen nicht wie bisher für vier, sondern für fünf Jahre die Zusammensetzung der Bürgerschaft.

Wegen des Wahlrechts mit seinen zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten wird am Sonntagabend in einem vereinfachten Verfahren nur die Sitzverteilung ermittelt. Die Kandidatenstimmen werden erst am Montag ausgezählt. Die zehn Stimmen, die jeder Wahlberechtigte verteilen kann, machen auch den Demoskopen Probleme. „Das Hamburger Wahlrecht stellt uns Wahlforscher vor neue Herausforderungen“, sagte etwa eine Sprecherin von Infratest dimap dem „Hamburger Abendblatt“.

Knapp 230.000 Hamburger gaben nach Angaben des Landeswahlamts bis Freitagnachmittag ihre Stimme per Briefwahl ab. Das sei eine ähnliche Größenordnung wie zum gleichen Zeitpunkt bei der Wahl 2011, hieß es.

Große Streitthemen gab es im Wahlkampf kaum - vor allem die Verkehrspolitik des SPD-Senats erregte die Gemüter. Konkret ging es um ein rund 260 Millionen Euro teures Busbeschleunigungsprogramm sowie die Frage, ob zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs eine neue U-Bahn oder eine Stadtbahn gebaut werden soll.

Wie stehen die Chancen? Eine Übersicht:

SPD

Bereits vor der Wahl hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) angekündigt, er wolle entweder alleine oder mit den Grünen weiterregieren. Andere Optionen kämen für die SPD nicht in Betracht. Scholz zeigte sich beim Wahlkampfendspurt siegessicher, die absolute Mehrheit verteidigen zu können. Nach den jüngsten Meinungsumfragen ist das aber offen. Die Umfragen sehen die SPD seit Jahresbeginn zwischen 42 und 47 Prozent. Eine Alleinregierung wäre nur möglich, wenn die FDP aus dem Parlament fliegt oder die AfD die Fünf-Prozent-Hürde nicht knackt.

FDP

Der angeschlagenen FDP drohte noch vor Monaten mit Werten um die zwei Prozent das Aus in der Bürgerschaft, inzwischen liegt die Partei mit Spitzenkandidatin Katja Suding aber bei fünf bis sechs Prozent.

AfD

Auch die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Jörn Kruse kann Umfragen zufolge mit fünf bis sechs Prozent rechnen - und hofft damit auf ihren ersten Sprung in ein westdeutsches Landesparlament. Die AfD wollte ihren Wahlkampf am späten Samstagnachmittag abschließen.

Grüne

Die Grünen mit ihrem Spitzenteam Katharina Fegebank und Jens Kerstan sehen Meinungsforscher seit Jahresbeginn zwischen elf und 14 Prozent. Sie hoffen auf eine Regierungsbeteiligung.

CDU

Der CDU droht dagegen nach dem historischen Tief mit 21,9 Prozent bei der Wahl 2011 erneut ein Debakel: Sie lag in den Umfragen zuletzt nur noch bei 17 bis 19 Prozent. Am Freitag hatte Spitzenkandidat Dietrich Wersich die Wahlberechtigten erneut aufgerufen, ihre Stimme seiner Partei zu geben - selbst wenn die CDU weiterhin auf der Oppositionsbank säße: „Es geht eben auch um ein starkes Parlament als Gegengewicht.“ Wenige Tage vor der Wahl schloss Scholz eine Zusammenarbeit mit der CDU aus, auch der FDP erteilte er eine Abfuhr.

Linke

Für die Linke kommt eine Koalition mit der SPD nicht infrage. Scholz müsse sich erst für sein Mitwirken an der Hartz-IV-Reform entschuldigen, forderte Spitzenkandidatin Dora Heyenn. Die Linke liegt in Umfragen zwischen 7 und 9,5 Prozent.

 

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erstellt am 14.Feb.2015 | 16:15 Uhr

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