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Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände : Hamburg: Verdi ruft zu Streik an Kitas auf

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Am kommenden Dienstag müssen Eltern in Hamburg mit erheblichen Einschränkungen bei der Kinderbetreuung rechnen.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 14:58 Uhr

Kita-Eltern in Hamburg drohen wegen eines Warnstreiks erneut erhebliche Einschränkungen bei der Betreuung ihrer Kinder. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gescheitert ist, hat die Gewerkschaft Verdi am Dienstag Mitarbeiter von Kitas und Sozialeinrichtungen aufgerufen, am Dienstag nächster Woche erneut einen Tag lang die Arbeit niederzulegen.

Um 9 Uhr sollen sie zur zentralen Streikkundgebung am S-Bahnhof Sternschanze kommen. Verdi rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als 1000 Streikenden. Bereits vor gut einer Woche waren wegen eines eintägigen Warnstreiks von 220 Kindertagesstätten rund 100 geschlossen und in allen anderen nur Notgruppen eingerichtet.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist nach Gewerkschaftsangaben die Weigerung der Arbeitgeber, einer Aufwertung sozialer Berufe in den bundesweit laufenden Tarifverhandlungen zuzustimmen. „Eine solche Blockadehaltung ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, deren Anforderungen in den letzten Jahren um ein mehrfaches gestiegen sind, es ist auch eine tickende Bombe für unsere Gesellschaft“, erklärte Verdi-Fachsprecherin Sigrid Ebel.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt von der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) bundesweit eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Sollten sich die Gewerkschaften bei der nächsten Verhandlungsrunde am 9. April in Düsseldorf durchsetzen, bedeutete dies im Schnitt ein Einkommensplus von zehn Prozent. Außerdem profitierten laut Verdi indirekt auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern, da sich diese häufig am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientieren.

Vom Arbeitskampf in Hamburg betroffen seien Einrichtungen, die Mitglied im Hamburger Arbeitgeberverband AVH (Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg) sind. Dazu zählten die Kitas der Elbkinder, des Studierendenwerkes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Rudolf-Ballin-Stiftung und des Hamburger Schulvereins von 1875. In den Sozialeinrichtungen seien unter anderem die Beschäftigten der Elbe-Werkstätten, des Lebenshilfewerks Hamburg und von Fördern & Wohnen zum Arbeitskampf aufgerufen.

Nach Angaben des Statistikamts Nord waren Anfang März 2014 an allen Hamburger Kitas gut 12.600 Frauen und Männer beschäftigt. Das sei rund ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Grund hierfür sei vor allem, dass die Hort-Betreuung in den Schulbereich verlagert worden sei. Im mittelfristigen Vergleich zu 2009 habe sich der Personalbestand dagegen um 24 Prozent erhöht. Wird nicht die Zahl der Mitarbeiter, sondern jene der fast 10.000 Vollzeitstellen als Vergleichsgröße herangezogen, betrug der Zuwachs nach Angaben des Statistikamts sogar 34 Prozent.

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