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2200 Demonstranten : „Hamburg sieht rot“: Böllerwürfe bei Mai-Demo

vom

Kurz nach dem Start fliegen erste Böller und Steine bei der Mai-Demo im Schanzenviertel. 2200 Demonstranten sind gekommen - mehr als erwartet.

shz.de von
erstellt am 01.05.2014 | 20:00 Uhr

Hamburg | Unter dem Motto „Hamburg sieht rot“ ziehen Donnerstagabend rund 2200 Menschen bei der „Revolutionären 1. Mai“-Demonstration durch St. Pauli. Schon kurz nach Beginn stoppte die Polizei den Zug, weil Böller und Flaschen flogen. Wasserwerfer fuhren auf, die Beamten setzten Pfefferspray ein. Einige Demonstranten sollen verletzt worden sein.

Die Polizei erteilte die Auflage, die Demonstrationsroute zu ändern - statt über die Reeperbahn und am linken Kulturzentrum „Rote Flora“ vorbei sollte der Weg zurück zum Ausgangspunkt am U-Bahnhof Feldstraße gehen. Etwa 1800 Beamte sind im Einsatz.

Die Demonstranten skandierten „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ und „Hoch die internationale Solidarität“. Auf Transparenten der Teilnehmer aus der linken Szene war etwa „Gegen Ausbeutung und Unterdrückung“ oder „Keine Macht für niemand“ zu lesen. In den vergangenen Jahren war es im Anschluss an die Demonstration immer wieder zu Randale gekommen.

Zu dem Aufzug kamen deutlich mehr Menschen als von der Polizei erwartet. Die Beamten hatten mit lediglich bis zu 1400 Teilnehmern gerechnet, darunter 300 bis 400 gewaltbereite.

Am Donnerstagnachmittag protestierten Unterstützer der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge in einer Schule im Hamburger Karolinenviertel für ein Bleiberecht. Sie hängten ein Transparent mit den Worten „Refugee Welcome Center“ an die Fassade und erklärten das Gebäude zu einem Flüchtlingszentrum. Rund 150 Menschen waren nach Polizeiangaben am Abend in dem leerstehenden Gebäude, um dort eine Vollversammlung abzuhalten. „Es ist aber keine Besetzung.“ Die Stimmung sei friedlich, betonte eine Polizeisprecherin.

Bereits bei der Abschlusskundgebung des DGB in Hamburg war es zu einem Zwischenfall gekommen: Weil einige Unterstützer der Flüchtlinge aus Lampedusa Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) mit Sprechchören lautstark bedrängten, hatte die Polizei den Zugang zum Gewerkschaftshaus gesperrt. Scholz kam erst mit Verzögerung in das Gebäude. Die Unterstützer kritisierten den SPD-Senat, weil er den Flüchtlingen ohne Einzelverfahren kein Bleiberecht einräumen will.

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