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Hamburg setzt auf qualifizierte Migranten

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Hamburg | Mehr Einbürgerungen und eine leichtere Anerkennung von Berufsabschlüssen aus anderen Ländern - der Hamburger Senat hat gestern bei zwei Initiativen für Ausländer eine positive Zwischenbilanz gezogen. Als Folge einer im Dezember 2011 gestarteten Kampagne sei die Zahl der Einbürgerungen in der Hansestadt im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent gestiegen, sagte Hamburgs Innensenator Michael Neumann (Foto, SPD). 3747 Menschen hätten zwischen Januar und Juni den deutschen Pass erhalten. Zudem zeige ein neues Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse nach Angaben der Sozialbehörde Wirkung.

432 Anträge vor allem in Sozial- und Gesundheitsberufen seien voll anerkannt worden, rund 400 weitere in Teilen, sagte Hamburgs Arbeitssenator Detlef Scheele (SPD). Darunter sind nach Mitteilung der Schulbehörde auch rund 60 Lehrer, deren Ausbildung voll anerkannt wurde. 158 weitere verfügten nur über einen Teil der verlangten Qualifikationen.

Der FDP-Bürgerschaftsfraktion gehen die Bemühungen des Senats noch nicht weit genug. "6000 qualifizierte Migranten leben in Hamburg, die nach den neuen gesetzlichen Möglichkeiten, die Bundesregierung und Senat geschaffen haben, ihre ausländischen Abschlüsse anerkennen lassen könnten", sagte der Abgeordnete Thomas-Sönke Kluth.

Senator Scheele betonte, Zuwanderer hätten wertvolle Qualifikationen, die mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel gebraucht würden. Zuvor seien sie oft weit unter ihren Qualifikationen tätig gewesen: "Bauingenieure sollen nicht im Schnellrestaurant arbeiten müssen." Hamburg sei das erste Bundesland gewesen, das am 1. August 2012 ein Landesgesetz vorgelegt habe, um die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen zu erleichtern. Damit geht ein Rechtsanspruch auf Beratung und Begleitung im Anerkennungsverfahren einher - nicht nur für Ärzte oder Rechtsanwälte, sondern auch für Lehrer oder Architekten.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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