Hamburg schafft Platz für Kreuzfahrer

Der geplante Cruiser Center Nummer drei  im Mittleren Freihafen: Links davon der Containerterminal Tollerort, oben das nördliche Elbufer, ganz links oben das Dockland in Altona.
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Der geplante Cruiser Center Nummer drei im Mittleren Freihafen: Links davon der Containerterminal Tollerort, oben das nördliche Elbufer, ganz links oben das Dockland in Altona.

Ziel 2015: Drittes Terminal für Schiffe von mehr als 300 Metern Länge

Lorenz 4,5x6-1.jpg von
04. Juli 2014, 13:56 Uhr

Die Anfahrt erfolgte stilecht, die illustre Gästeschar nahm das Kreuzfahrtschiff „Aida Luna“. Auf dem 250-Meter-Liner ging es gestern Vormittag vom Cruise Center Altona über die Elbe nach Steinwerder. Ziel der Ultra-Kurztörns war der Kronprinzkai am südlichen Ufer, wo Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) in Begleitung von Aida-Cruises-Präsident Michael Ungerer alsdann den ersten Spatenstich für den dritten Kreuzfahrtterminal in der Elbmetropole vollzog.

Bis Mai 2015 wird im Mittleren Freihafen die dann größte Abfertigungsanlage für die schwimmenden Hotels in Hamburg entstehen. 80 Millionen Euro investiert die Stadt in den Bau. Horch: „Die Kreuzfahrt ist zu einem starken Wirtschaftszweig innerhalb des Hafens geworden und beflügelt den Tourismus in der Stadt. Mit dem dritten Kreuzfahrtterminal folgt der nächste Schritt, um der Nachfrage der Reedereien zu entsprechen.“

Tatsächlich muss sich Hamburg ranhalten, um mit dem Boom der Traumschiffindustrie Schritt zu halten. Erst 2002 war das erste Kreuzfahrtterminal in der HafenCity in Betrieb gegangen, 2011 folgte das zweite in Altona. Nun also schon Cruiser Center Nummer drei (Hafenjargon: CC3) – deutlicher Beleg für das atemberaubende Tempo, in dem die Kreuzfahrtreedereien Hamburg für sich entdeckt haben. In diesem Jahr erwartet die Stadt etwa 600 000 Passagiere auf fast 200 Luxuxlinern, in zehn Jahren sollen es schon mehr als eine Million sein. So das erklärte Ziel des Senats. Die jährliche Wertschöpfung der Branche an der Elbe liegt schon jetzt bei fast 300 Millionen Euro jährlich, 1500 Jobs in der Stadt hängen direkt am Geschäft mit den Cruisern.

CC3 wird vor allem von der Rostocker Aida Cruises genutzt werden, die Hamburg zu ihrem Ausgangshafen macht. Die Rostocker stellen auch den Premierengast. Im Juni 2015 soll die noch im Bau befindliche „AidaPrima“ das Terminal offiziell einweihen. Das neue Cruise Center liegt am Kaiser-Wilhelm-Hafen im Mittleren Freihafen, wo Hamburg ursprünglich einen weiteren Containerterminal errichten wollte. Doch die globale Schifffahrtskrise ließ den Senat umdenken und die Flächen für mindestens 15 Jahre für Kreuzfahrer reservieren.

CC3 wird sich in einiger Hinsicht von den beiden bestehenden Anlagen unterscheiden. Weil dort häufiger Reisen starten und enden werden, muss es zwei getrennte Gebäude für zusteigende und ankommende Passagiere geben. Bis zu 8000 Reisende mit mehr als 10 000 Koffern müssen pro Umlauf abgewickelt werden. Während im östlichen Gebäude die Abreise erfolgen wird, können gleichzeitig neue Gäste über das westliche Gebäude an Bord gehen. Für das Abfertigungskonzept zeichnet der Flughafen verantwortlich. Am Kronprinzkai können Kreuzfahrtschiffe mit einer Gesamtlänge von mehr als 330 Metern Länge anlegen. Auch Parkplätze entstehen, Zufahrten werden ausgebaut, die Kaimauern verstärkt.

Die Zufahrt erfolgt über die Buchheisterstraße, die zu diesem Zweck dreispurig ausgebaut wird. Zudem erhält das Terminal eine Fähranbindung.

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