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Netzausbau : Hamburg plant fünfte U-Bahn-Linie

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fünf Milliarden Euro oder sogar noch mehr will Hamburg für den Ausbau seines U- und S-Bahn-Netzes ausgeben. Auch die Bewohner des Kreises Pinneberg sollen davon profitieren.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Hamburg | Es wäre der größte Ausbau des Hamburger U-Bahnnetzes seit der Nachkriegszeit, wenn nicht der Anfangsjahre der U-Bahn überhaupt. Und die liegen mehr als 100 Jahre zurück. „Wie unsere Vorväter 1912 wollen wir das System so herrichten, dass es den Bedarf für die nächsten Jahrzehnte und die nächsten Generationen deckt“, kündigte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Mittwoch im Rathaus an.

Gemeint ist vor allem der Bau einer neuen U-Bahn-Linie 5 von Bramfeld nach Osdorf, aber auch Erweiterungen bestehender Linien sowie der Bau zusätzlicher Bahnhöfe. Zusammen mit den weiterhin geplanten S-Bahn-Strecken S4 nach Bad Oldesloe und S21 nach Kaltenkirchen sollen in Hamburg und Umgebung in den kommenden rund 25 Jahren Schnellbahntrassen und Stationen im Wert von vermutlich fünf Milliarden Euro oder mehr entstehen.

„Uns sitzt das Wachstum im Nacken“, erklärte Hochbahn-Chef Günter Elste, warum sich Hamburg für neue U-Bahnen und damit gegen die Rückkehr der Straßenbahn entscheidet. Elste: „Ich bin weiterhin von der Stadtbahn überzeugt, aber der Widerstand betroffener Anwohner ist groß und kostet Zeit, die wird nicht haben.“ In kaum einer anderen europäischen Metropole steige die Zahl der ÖPNV-Nutzer so stark und so stetig wie in Hamburg. In zehn bis 15 Jahren stoße das System an seine Grenzen. Kalkül von Senat und Hochbahn: Der Bau eines unterirdischen Systems würde nicht durch Bürgerklagen gebremst, ganz anders als bei der Stadtbahn, die auf der Straße verlaufen müsste.

Linienplan U5 Hamburg
Die geplante U5 soll Lurup und Steilshoop verbinden. Unklar ist, ob sie über Universität, Hohe Luft und Lokstedt oder Altona Altstadt, Ottensen Süd und Bahrenfeld verläuft. Foto: Hochbahn Hamburg

Die U5 soll vor allem die bisher abgehängten Großsiedlungen Steilshoop und Osdorfer Born an die Schiene anschließen. Für die etwa 30 Kilometer lange Linie ist folgende Strecke vorgesehen: Bramfeld - Steilshoop - City Nord - Winterhude - Innenstadt. Von dort geht es nach Westen, auf welcher Trasse ist noch nicht entschieden. Zur Auswahl steht eine Nordvariante im Verlauf der überfüllten Metrobuslinie 5 über die Uni bis Lokstedt und weiter zu den Volkspark-Arenen bis Lurup/Osdorfer Born. Die Süd-Alternative verliefe über Altona, Ottensen und Bahrenfeld ebenfalls zu den Arenen bis Osdorf. Elste: „Insgesamt erhalten etwa 100.000 Menschen durch die U5 einen U-Bahn-Anschluss.“ Von der Anbindung Lurups würden auch Bewohner des angrenzenden Kreises Pinneberg profitieren. Elste schließt zudem nicht aus, in einem späteren Planungsstadium auch eine Linienführung bis nach Schenefeld zu prüfen.

Den U5-Zeitplan skizzierte der Hochbahnchef so: Festlegung der Trasse bis 2019, erster Spatenstich Anfang der 2020er Jahre, Fertigstellung gut zehn Jahre später. Die Kosten beziffern die Verantwortlichen auf 80 bis 120 Millionen Euro – pro Kilometer. In der Summe also bis zu 3,6 Milliarden. Laut Wirtschaftssenator Horch hofft Hamburg, dass Bund und EU rund die Hälfte zuschießen.

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