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Autobahnbeleuchtung : Hamburg plant Abbau der A7-Lampen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Fahren auf beleuchteten Autobahnen in Hamburg ist wirklich angenehm. Doch der Bund will die Stromkosten sparen und stellt die Notwendigkeit der Laternen infrage.

Hamburg | Seit Montag läuft der größte Autobahnausbau in Norddeutschland. An der A7 auf Hamburger Gebiet haben Arbeiter damit begonnen, die 400 Meter lange Langenfelder Brücke zwischen Stellingen und Volkspark für den Abriss und den späteren Neubau vorzubereiten. In wenigen Wochen werden die Bautrupps dann auch die Beleuchtungsmasten auf dem Mittelstreifen entfernen. Gut möglich, dass es ein Abschied für immer sein wird. Denn: Der Bund als Betreiber der Autobahn möchte Energie sparen und deshalb die wenigen noch brennenden Leuchten an den Autobahnen hierzulande ausknipsen. Für die A7 hieße das: Zwischen Elbtunnel und dem Dreieck Nordwest wird es finster.

Diese Möglichkeit bestätigt Susanne Meinecke, Sprecherin von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos): „Wir prüfen derzeit gemeinsam mit dem Bund, ob an der Autobahn 7 eine Beleuchtung auch weiterhin nötig ist.“ Ob sich der Senat dabei gegen die grundsätzliche Ablehnung von Autobahn-Laternen durch den Bund stemmen wird, ließ die Sprecherin offen.

Für die oppositionelle CDU wäre es ein Fehler, sollten an der A7 tatsächlich die Lichter ausgehen. Ein endgültiger Abbau der Laternen brächte Autofahrer in Gefahr, warnt Unions-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse. Er fordert: „Für die Sicherheit muss der Senat darauf hinwirken, dass bei der Neu- und Umplanung die vorhandenen Beleuchtungsanlagen entlang der A7 erhalten bleiben.“ Das gelte auch für alle anderen Hamburger Autobahnabschnitte, an denen Laternen den Fahrern bei Dunkelheit heimleuchten.

Tatsächlich sind nur wenige Autobahnabschnitte in Deutschland überhaupt mit Laternen versehen. Eine regelhafte Ausstattung mit Beleuchtungsanlagen gibt es nicht, da die Scheinwerfer der Autos die Fahrbahnen ohnehin erhellen. Lediglich auf einigen vielbefahrenen Strecken in Ballungsräumen haben die Verkehrsplaner vor Jahrzehnten Laternen installieren lassen. In Zeiten explodierender Stromkosten ein Luxus, findet das Bundesverkehrsministerium. In den vergangenen Jahren sind bereits in etlichen Abschnitten bundesweit die Lichter erloschen.

Die Verbreiterung und Überdeckelung der Hamburger A7 böte nun Gelegenheit, auch dort die unliebsamen Leuchten gleich mit zu beseitigen. Lediglich in den Lärmschutztunneln sind Lampen vorgeschrieben. Noch ist die gesamte Strecke zwischen Dreieck Nordwest und der Anschlussstelle Finkenwerder südlich des Elbtunnels mit Hängelaternen versehen. Das gilt in Hamburg zudem für kürzere Abschnitte der Autobahnen A1 (Höhe Moorfleet), A23 (hinter dem Dreieck Nordwest), sowie der Verbindungsautobahnen A252, A253 und A255 südlich der Elbbrücken.

Der ADAC hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Wegfall der Autobahn-Lampen. Christian Schäfer vom ADAV Hansa: „Die Laternen sind ‚nice to have‘ und wir haben uns so schön daran gewöhnt. Aber unbedingt notwendig sind sie nach unserer Auffassung nicht.“

Soll die Beleuchtung der A7 in Hamburg erhalten bleiben?

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erstellt am 06.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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