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Gläsernes Lohnkonto : Hamburg legt Gehälter seiner Manager offen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der erste Vergütungsbericht hält fest: Der Spitzenverdiener ist der Hafenchef mit gut einer Million Euro Jahresgehalt. Die Rote Laterne trägt der Lotto-Geschäftsführer.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 09:45 Uhr

Hamburg | Klaus-Dieter Peters ist der bestverdienende Manager eines städtischen Unternehmens in Hamburg. Der Vorstandschef der Hafen- und Logistik AG (HHLA) erhielt 2012 Zahlungen von insgesamt 1,07 Millionen Euro – 465.000 Euro Grundvergütung, zuzüglich eines Bonus von 530.000 Euro sowie geldwerte Vorteile von mehr als 13.000 Euro. Das geht aus dem jetzt vorgelegten ersten Vergütungsbericht für städtische Manager hervor.

Der Chef des größten Umschlagbetriebes im Hafen verdient damit fast sechsmal so viel wie Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) – der ist de facto der Vorgesetzte des gut dotierten HHLA-Bosses. Der Senatschef gibt seine Bezüge auf der eigenen Internetseite (olafscholz.de) mit knapp 178.000 Euro an. Peters’ Topwert erklärt sich aus dem Umstand, dass die HHLA börsennotiert ist und Hamburg lediglich zwei Drittel der Anteile hält. Entsprechend folgen in der Rangliste der städtischen Topverdiener drei weitere HHLA-Vorstände mit je etwas mehr als 700.000 Euro pro Jahr. Diese und andere Gehälter städtischen Spitzenpersonals sind ab sofort für jedermann im Internet nachlesbar (http://beteiligungsbericht.fb.hamburg.de).

Der erste Vergütungsbericht weist die Bezüge für 38 Unternehmen aus, die Hamburg ganz oder mehrheitlich gehören. Noch sind die Angaben freiwillig. Erst bei Neuverträgen und Vertragsverlängerungen wird das gläserne Gehaltskonto für Vorstände und Geschäftsführer verpflichtend.

Die Übersicht zeigt nicht nur, dass die Chefs der öffentlichen Firmen an der Elbe anständig bezahlt werden. Sichtbar werden auch kräftige Gehaltssteigerungen. Lag der Durchschnittsverdienst im Jahr 2000 noch bei 121.000 Euro, hatte sich der Betrag bis 2011 fast verdoppelt (204.000 Euro).

Die höchsten Bezüge nach den HHLA-Managern hätte UKE-Chef Martin Zeitz erhalten, der jedoch im vorigen Jahr gestorben war; er wäre laut Vertrag auf ein Jahreseinkommen von 455.000 Euro plus Option auf 110.000 Euro Bonus gekommen. In der Rangliste folgen: Günter Elste, Hochbahn (360.000 Euro), Michael Eggenschwiler, Flughafen (355.000), Lutz Basse, Wohnungsunternehmen Saga/GWG (328.000), Jens Meier, Hafenbehörde HPA (300.000).

Im Kulturbereich sind die Topleute günstiger. Balletchef John Neumeier kommt auf 180.000 Euro jährlich, ebenso Opernchefin Simone Young. Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier erhält 185.000 Euro (ab 2013). Die rote Laterne trägt Thorsten Meinberg, Geschäftsführer der Lotto Gesellschaft, mit einem Jahresgehalt von 73.000 Euro.
 

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