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Hamburg gibt erstmals Geld für Frauenhäuser in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 18:01 Uhr

Hamburg beteiligt sich erstmals an der Finanzierung der Frauenhäuser in Schleswig-Holstein. Nach einem gestern unterzeichneten Verwaltungsabkommen wird die Hansestadt für dieses 130 000 Euro an die Kieler Landesregierung zahlen. Hintergrund ist der Umstand, dass deutlich mehr Hamburger Frauen mit ihren Kindern in Einrichtungen des nördlichsten Bundeslandes Schutz vor Gewalt finden als umgekehrt.

Bisher waren dafür keine Ausgleichszahlungen geflossen. Das hatte nicht zuletzt im Wedeler Frauenhaus für Unmut gesorgt, in dem regelmäßig Opfer aus der Metropole Unterschlupf erhalten. Die Einrichtung stand auch deshalb 2012 knapp vor dem Aus. Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) sagte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Hamburg: „Dem Schutz von Frauen vor Gewalt dürfen und sollen Landesgrenzen nicht entgegenstehen.“ Laut ihrem Hamburger Amtskollegen und Parteifreund Detlef Scheele wollen die Nachbarn zudem eine gemeinsame Koordinierungsstelle aufbauen. Diese soll die Verteilung der Frauen regeln, bei der Suche nach einer Anschlusswohnung helfen und Daten zur Inanspruchnahme der Schutzhäuser liefern. Auf dieser Basis werde die Ausgleichszahlung jährlich angepasst. Die Koordinierungsstelle wird in Hamburg sitzen, Schleswig-Holstein beteiligt sich mit jährlich 30 000 Euro.

In Hamburg gibt es fünf Frauenhäuser mit zusammen 194 Plätzen. Im vorigen Jahr fanden dort 749 bedrohte Frauen und 537 Kinder Unterschlupf. In Schleswig-Holstein sind des 16 Schutzhäuser (319 Plätze), die 2013 insgesamt 1135 Frauen und 1057 Kinder betreut haben.

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