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Stau-Prognose : Hamburg: 2020 kommt der Verkehrsinfarkt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Autobahnen: dicht,. Die Innenstadt: verstopft. Das Verkehrssystem stößt in der Metropolregion bald an seine Grenzen – zumindest wenn die Autofahrer so weiter machen.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 09:55 Uhr

Hamburg | Es wird verdammt eng: Laut einer Studie des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) stehen Hamburg und die Metropolregion unmittelbar vor dem Verkehrsinfarkt. „Bei unverändertem Verhalten der Verkehrsteilnehmer würden in fünf Jahren mit Ausnahme der A1 Richtung Bremen alle Autobahnen in und um Hamburg in den Tagesstunden Auslastungen im Staubereich aufweisen“, heißt es in der Expertenerhebung im Auftrag der Mittelstandsinitiative der HSH Nordbank, Unternehmer Positionen Nord.

Ab 2020 werde sich die schon heute angespannte Lage noch deutlich verschärfen. Es drohten „zähflüssiger Verkehr und tägliche Staus auf Autobahnen“ im gesamten Großraum. Haupttreiber seien der zunehmende Warenumschlag über den Hamburger Hafen und der Strom von täglich 420.000 Ein- und Auspendlern.

Für ihre Prognose haben die HWWI-Forscher die Verkehrsmengen in Relation zum Wachstum des Hafenumschlags hochgerechnet. Geplante und begonnene Ausbauten, wie an der A7, sind berücksichtigt. Nach den Annahmen wird vor allem der Lkw-Verkehr das Straßensystem an seine Grenzen führen. Für 2020 erwarten die Forscher auf der A24 Richtung Berlin fast 60 Prozent mehr Lkw als derzeit (bei 6,1 Prozent Hafenwachstum). Auf der A1 (Hamburg-Lübeck) sind es knapp 28 Prozent mehr, auf der A7 Richtung Neumünster 22 Prozent sowie 19 Prozent in Richtung Hannover.

Ähnlich rasant entwickelt sich demnach der Schienenverkehr. Laut Studie steigt das Aufkommen bis 2020 (bei 6,1 Prozent Umschlagwachstum) um gut 100 Prozent Richtung Berlin, knapp 30 Prozent Richtung Hannover sowie knapp 17 Prozent Richtung Lübeck.

Die Studienautoren halten einen weiteren Autobahnausbau nur begrenzt für geeignet, um den Kollaps abzuwenden. Kernproblem der Straßeninfrastruktur seien die Belastungsspitzen morgens und nachmittags. Der weitere Bau von Fahrstreifen etwa auf der A1 und A7 werde kaum ausreichen, um Staus auszuschließen. Zugleich würden aber Überkapazitäten abseits der Stoßzeiten erhöht.

Andere Investitionen seien gleichwohl sinnvoll. Dazu zählt das HWWI die geplanten Verlängerungen der A20 (Westumfahrung Hamburgs) und der A26 (Hafenquerspange). Diese lenkten Verkehre um und entlasteten so die Brennpunkte Elbtunnel und Elbbrücken. Auch den Ausbau der Schienentrassen Richtung Süden und Osteuropa halten die Experten für „dringend notwendig“.

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