Hamburg : Hafengeburtstag mit royalem Flair

Riese der Weltmeere:  Die  345 Meter lange  'Queen Mary 2'  wird  zum 822. Hafengeburtstag in Hamburg einlaufen.  Foto: dpa
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Riese der Weltmeere: Die 345 Meter lange "Queen Mary 2" wird zum 822. Hafengeburtstag in Hamburg einlaufen. Foto: dpa

Norwegens Kronprinz Haakon kommt zum 822. Fest der Schiffe in die Hansestadt - mehr als eine Million Besucher aus aller Welt werden dort erwartet.

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03. Mai 2011, 11:14 Uhr

Hamburg | An der Überseebrücke hat am frühen Montag ein maritimer Traum in Weiß festgemacht. Die "Sea Cloud", legendäres Kreuzfahrt-Segelschiff für das etwas dickere Portemonnaie, ist erstmals seit 33 Jahren wieder zu Gast in Hamburg. Nach einem sechsmonatigen Werftaufenthalt frisch poliert soll die 110 Meter lange Viermastbark zu einem der Hingucker des 822. Hafengeburtstages werden. Von Freitag, 6. Mai, bis zum Sonntag, 8. Mai, werden zwischen Kehrwieder und Övelgönne mehr als eine Million Besucher zum größten Hafenfest der Welt erwartet.
Vor 80 Jahren ließ eine amerikanische Millionärsgattin die "Sea Cloud" als damals größte Privatyacht der Welt in Kiel bauen. Seit 1979 verkehrt die elegante Bark als Kreuzfahrer auf den Weltmeeren und bietet seinen illustren Gästen Seefahrer-Atmosphäre vom Allerbesten - samt echter goldener Wasserhähne in den Kabinen. An allen drei Tagen des Hafengeburtstages steht dieses schwimmende Schmuckstück auch Normalsterblichen für Besichtigungen offen, bevor die "Sea Cloud" am Sonntagnachmittag die Auslaufparade anführen wird.
Glamourös und blaublütig
Das exklusive Schiff steht sinnbildlich für den Charakter des 822. Hafengeburtstages, der in diesem Jahr besonders glamourös und blaublütig ausfallen soll. Dafür sorgt zu allererst ein Stargast aus Fleisch und Blut. Norwegens Kronprinz Haakon wird das Fest am Freitagnachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Scholz eröffnen und weitere Termine in der Stadt wahrnehmen. Der Thronfolger ist Botschafter seines Landes, das als Partner des Hafengeburtstages die Tourismusregion Oslo präsentieren wird. Zu erleben gibt es unter anderem mehrere historische Schiffe aus Norwegen sowie ein Wikingerdorf an der Kehrwiederspitze. Auf Prinzessin Mette-Marit müssen die Hamburger Royalty-Fans diesmal allerdings verzichten. Haakons Gattin kommt nicht mit an die Elbe, sie nimmt andere Pflichten wahr.
Waren die Windjammer 2010 in Hamburg noch schmerzlich vermisst worden, liegt der Schwerpunkt der Waterkant-Sause nun wieder eindeutig auf dem Wasser. Gleich sechs Kreuzfahrtschiffe und fünf Windjammer werden die Elbe heraufziehen, so viele wie nie. "Auf dem Wasser haben wir einen Hafengeburtstag der Superlative", verspricht Michael Jenke, Chef des Referats Volksfeste und Sonderveranstaltungen. Mit der "Kruzenshtern" sowie den Segelschulschiffen "Mir" und "Sedov" geben sich gleich drei russische Großsegler die Ehre. Außerdem werden mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen einlaufen, allen voran die "Queen Mary II", die am Sonntag erwartet wird. Insgesamt beteiligen sich mehr als 300 Wasserfahrzeuge am größten Festwochenende, vom Museumsschiff bis zum Zollboot. Auch zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Marineschiffe machen Station und stehen, wie die meisten der schwimmenden Gäste beim "Open Ship" zur Besichtigung offen.
Schmusig bis fetzig
Die Feier am Hafenrand umfasst mehr als 200 Punkte und bietet die bewährte bunte Mischung. "Ein Programm, das seinesgleichen sucht", sagt Jenke. "Wir haben traditionelle Elemente, aber auch Neuheiten dabei." Die etwa 500 Schausteller verteilen sich auf einer Bummelmeile von sechs Kilometern Länge. Schmusig bis fetzig geht es bei Live-Musik auf insgesamt neun Bühnen zur Sache. Das Angebot reicht von Shanty über Rock und Punk bis zu Musical-Aufführungen. Neu sind unter anderem ein rustikales Fischerdorf und die "Brücke Hamburg", die die Region vorstellen soll.
Das Volksfest beginnt am Freitag traditionell mit einem Gottesdienst im Michel. Gegen 16 Uhr werden Kronprinz Haakon und der Bürgermeister von der "Rickmer Rickmers" das Startsignal geben. Die anschließende Einlaufparade der Schiffe soll rund vier Kilometer lang sein. Weitere Höhepunkte des Programms sind das Schlepperballett am Sonnabend und das Feuerwerk, das den Hafen am Abend in blaues und gelbes Licht tauchen soll.
(mlo, shz)

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