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Millionen-Defizit in Hamburg : Grüne: „Senatorin hat Gartenschau vergeigt“

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Die Internationale Gartenschau in Hamburg war alles andere als erfolgreich. Für das Minus von 37 Millionen Euro ist Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) mitverantwortlich - so sehen es zumindest die Grünen. Auch die CDU hält ihr schwere Versäumnisse vor.

shz.de von
erstellt am 14.10.2013 | 16:30 Uhr

Hamburg | Für das Millionen-Defizit bei der Internationalen Gartenschau (igs) in Hamburg ist nach Auffassung der Grünen-Fraktion Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) mitverantwortlich. Sie hatte zum igs-Abschluss das Minus auf voraussichtlich 37 Millionen Euro beziffert. „Erst die verkorkste Umwelthauptstadt, jetzt die igs-Misere: Die Gartenschau ist schon die zweite Großveranstaltung im Umweltbereich, die Hamburg unter Senatorin Blankau vergeigt hat“, teilte der Vorsitzende der Grünen- Bürgerschaftsfraktion, Jens Kerstan, am Montag mit.

Nach dem letzten igs-Besuchertag am Sonntag haben auf dem Gelände im Stadtteil Wilhelmsburg derweil bereits die Umbauarbeiten begonnen, damit der Park sukzessive wieder freigegeben werden kann. Die Senatorin hatte am Sonntag die tiefroten Zahlen als bitter bezeichnet und eine Analyse angekündigt. Für den Stadtteil Wilhelmsburg seien mit dem Park aber enorm viele Werte - darunter auch Sportanlagen - geschaffen worden. Vorwürfe des Missmanagements hatte sie zurückgewiesen: „Bis 2011 ist alles gesetzt gewesen.“ Im Frühjahr 2011 hatte eine SPD-Regierung den schwarz-grünen Vorgängersenat abgelöst.

Die CDU hielt der Senatorin schwere Versäumnisse bei Preispolitik und Werbung vor. Die Eintrittspreise waren in der Stadt als zu teuer kritisiert worden. „Damit blieb das Potenzial der Gartenschau vielen verschlossen und statt eines Imagegewinns bleibt ein Imageschaden übrig“, kritisierte der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dietrich Wersich. Er warf dem Senat auch eine fehlende Identifikation mit dem Konzept „Sprung über die Elbe“ vor. Auch die Grünen monierten, die Senatorin habe es als eigene Aufgabe anscheinend überhaupt nicht begriffen und angenommen, die Stadtteile auf der Elbinsel attraktiver und innerhalb Hamburgs bekannter zu machen.

Blankau, die selbst aus Hamburgs Süden stammt, hatte darauf verwiesen, dass gesellschaftliche Veränderungen auf den Elbinseln nicht von heute auf morgen zu haben seien. Die bis November dort laufende Internationale Bauausstellung (IBA) sei erfolgreich und habe ausländische Besucher für neue Stadtentwicklungskonzepte begeistern können. Die Nachnutzung des neuen Parks werde von späteren Generationen zu bewerten sein. „Wir haben zu Recht einen neuen Stadtpark geschaffen, auf den die ganze Stadt stolz sein kann“, bilanzierte sie.

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Kurt Duwe, sieht die Verantwortung „bei einer ganz großen schwarz-rot-grünen Koalition der Gartenschau-Fehlplaner“. Er forderte den SPD-Senat auf, zügig Klarheit zu schaffen, wie der Verlustausgleich finanziert wird. Nach Blankaus Angaben soll es zu Umschichtungen im Haushalt kommen. Die Linken in der Bürgerschaft hatten eine Defizit-Debatte schon als „ein wenig heuchlerisch“ abgestempelt. Solch Schauen seien seit Jahren meistens Defizitgeschäfte und das igs-Minus absehbar gewesen.

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