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Autofrachter in Flammen : Großbrand auf Containerschiff im Hamburger Hafen

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Flammen auf dem Frachter "Atlantic Cartier" im Hamburger Hafen: Mehrere Autos an Deck des Schiffes brannten lichterloh. 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 01:11 Uhr

Hamburg | Ein Brand auf einem Auto- und Containerfrachter am Mittwochabend im Hamburger Hafen hat die Feuerwehr viele Stunden in Atem gehalten. Erst am Donnerstagmittag wurden die letzten Nachlöscharbeiten beendet, wie die Feuerwehr mitteilte.

Das 1985 gebaute Schiff "Atlantic Cartier" mit Heimathafen Göteborg lag nach Angaben der Hamburger Hafenbehörde (HPA) seit Mittwochmittag am OSwaldkai am Hansahafen. Einige Stunden später brach das Feuer aus ungeklärter Ursache an Deck aus. Dort standen rund 70 Neuwagen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden rund 30 Fahrzeuge zerstört. Die Besatzung begann sofort mit ersten Löschmaßnahmen.
Verletzt wurde niemand. Am Abend rückten mehr als 200 Feuerwehrleute zu dem fast 300 Meter langen und mehr als 30 Meter breiten Schiff aus. Wenige Stunden zuvor war nicht weit entfernt am Strandkai in der Hafencity einer der Eröffnungsgottesdienste des Kirchentages gestartet.

"Das Schiff ist sehr in Mitleidenschaft gezogen worden"


Diverse Container der "Atlantic Cartier" waren mit Gefahrstoffen beladen. Die Einsatzkräfte mussten Teile der Fracht entladen, um löschen zu können. Drei Schlepper und zwei Löschboote kühlten zudem die heiße Außenhaut des stark verqualmten Schiffes. Das Deck war zwar bereits am Donnerstagmorgen wieder rauchfrei, aber rund 50 Einsatzkräfte suchten noch mehrere Stunden weiter nach Brandnestern.
Angaben zur Höhe des Schadens gab es noch nicht. "Das Schiff ist sehr in Mitleidenschaft gezogen worden", sagte ein Feuerwehrsprecher. Es werde Tage dauern, bis der Grund für den Brand geklärt sei. Nach Angaben der Polizei konnten die Brandermittler das Schiff zunächst nicht betreten, sie werden ihre Arbeit an Bord am Freitag aufnehmen.

Bürgerschaft warnt vor Sparmaßnahmen


Den aktuellen Fall des brennenden Frachters im Hafen nahm die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft zum Anlass, vor Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Feuerwehrleute zu warnen. Der große Personalengpass führe unter anderem dazu, dass eines der Löschboote bald nicht mehr besetzt werden solle, teilte die CDU-Fraktion mit.
Der innenpolitische Sprecher der FDP, Carl Jarchow, mahnte: "Die schnelle Reaktionsfähigkeit des Einsatzdienstes der Feuerwehr darf hier nicht auf der Strecke bleiben." Die SPD erklärte, das Personal der Feuerwehr sei bereits aufgestockt worden und es würden noch weitere Einsatzkräfte eingestellt. Aktuelle personelle Engpässe seien maßgeblich darauf zurückzuführen, dass frühere CDU-Innensenatoren zu wenig Nachwuchskräfte eingestellt hätten, hieß es.
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