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Hamburg : Groß-Demo für mehr Kita-Personal

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Tausende Erzieherinnen, Eltern und Kinder sind in Hamburg für mehr Personal in den Kindertagesstätten auf die Straße gegangen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 19:47 Uhr

Hamburg | Es war die vielleicht größte Kita-Demonstration, die Hamburg je erlebt hat: Am späten Nachmittag sind etwa 4000 Erzieher, Eltern und Kinder durch die Innenstadt gezogen und haben vom Senat eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel für die Kinderbetreuung verlangt. „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen“, sagte Hamburgs GEW-Vorsitzende Anja Bensinger-Stolze. Sie verwies auf die vom SPD-Senat eingeführte kostenlose Kita-Versorgung, in deren Folge die Zahl der zu betreuenden Kinder gestiegen ist. „Den Kolleginnen und Kollegen immer mehr Aufgaben aufzubürden, ohne dafür mehr Personalstunden zu bezahlen, ist unanständig.

Die Demo-Teilnehmer waren von drei Startpunkten aus in Sternmärschen zur Moorweide und anschließend durch die City gezogen. Im Berufsverkehr kam es zeitweise zu erheblichen Behinderungen. Die Gewerkschaft und das Bündnis Kita-Netzwerk fordern 25 Prozent mehr Personal als „ersten Schritt“, um zunächst Ausfallzeiten wie Urlaub, Krankheit und Fortbildungen sowie einen Großteil der Verwaltungsaufgaben abzudecken. Anschließend müsse der Erzieher-Kind-Schlüssel auf die empfohlenen Werte gebracht werden. Nach Angaben des Netzwerks fehlen in den 1088 Einrichtungen der Hansestadt etwa 4000 Erzieher.

Rückendeckung erhielten die Erzieher von Verdi sowie den Linken und den Grünen. Die Grünen-Abgeordnete Christiane Blömeke: „Ich unterstütze den Protest, insbesondere die Forderung nach mehr Personal für Krippenkinder.“  In Hamburg werden im Verhältnis mehr Kinder in Kitas betreut als in den anderen westdeutschen Ländern. Dabei ist der Betreuungsschlüssel allerdings unterdurchschnittlich. An der Elbe muss sich ein Erzieher statistisch betrachtet um deutlich mehr Mädchen und Jungen kümmern als in den meisten Ländern.

Sozialsenator Detlef Scheele den Kita-Protestierern schon vorab seine Ablehnung mitgeteilt. In der gestern erschienen Ausgabe der „Zeit“ nannte der SPD-Politiker die Forderungen unbezahlbar. „25 Prozent mehr Personal oder pro Erzieher nur noch drei Kinder würde uns 150 Millionen Euro extra kosten.“

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