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Hamburg : Gerüchte um Verkauf der "Roten Flora"

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Vorsichtshalber haben Aktivisten schon mal Widerstand angekündigt: Für den Fall, dass die "Rote Flora" verkauft sei und ein Investor die alternative Szene vertreiben wolle.

Hamburg | Wegen Gerüchten über einen möglichen Verkauf der linksautonomen Hamburger "Roten Flora" sehen Aktivisten das ehemalige Theater bedroht und haben Widerstand angekündigt. "Wir schätzen die Möglichkeit eines Angriffs auf das Haus aktuell als sehr hoch ein", sagte Florentin von der Kampagne "Flora bleibt unverträglich" am Freitag in Hamburg. "Die "Roten Flora" wird auch in Zukunft mit allen möglichen Mitteln verteidigt werden", betonte er. Wie genau das aussehen könnte, ließ er offen.
Die seit mehr als 20 Jahren besetzte "Rote Flora" steht immer wieder im Zentrum von Ausschreitungen. Bei einer Versammlung seien bereits mehrere Szenarien durchgespielt worden, sollte ein neuer Besitzer versuchen, das linksautonome Zentrum zu räumen, erklärte Florentin. In diesem Fall gehe man von einer großen Solidarität in der linken Szene aus, der Widerstand werde sich vernetzen. "An der "Roten Flora gibt es für Investoren nichts zu verdienen, aber viel zu verlieren - politisch wie finanziell."

Aktivisten trauen Beschwichtigungen aus Bezirksamt nicht

Der Investor Klausmartin Kretschmer hatte das Gebäude im Hamburger Schanzenviertel 2001 für umgerechnet knapp 190.000 Euro gekauft. 2011 kündigte er an, das 1770 Quadratmeter große und inzwischen wohl millionenteure Grundstück samt "Roter Flora" wieder verkaufen zu wollen - danach wurde es still. Nach Angaben der Aktivisten gibt es nun neue Hinweise, Kretschmer wolle das Gebäude verkaufen oder habe es schon an einen europaweit tätigen Investor verkauft. Für eine Stellungnahme dazu war Kretschmer am Freitag nicht zu erreichen.
Die Sprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Altona, Kerstin Godenschwege, sieht keinen Anlass zur Sorge. Es handele sich derzeit um ein Sanierungsgebiet, der Bebauungsplan für diese Gegend solle voraussichtlich Ende des Jahres fertig sein. Bei beiden Konzepten sei vorgesehen, die "Rote Flora" als Stadtteilkulturzentrum zu erhalten, betonte Godenschwege. An diesen Plänen käme auch ein neuer Besitzer nach ihren Angaben nicht vorbei. Die Besetzer der "Roten Flora" beruhigt das nicht. Sie fürchten, Investoren könnten trotzdem Wege finden, das Haus "plattzumachen".

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erstellt am 17.Aug.2013 | 05:26 Uhr

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