Kurioses Video : Fußballplatz in Hamburg: Wirbelsturm war ein Staubteufel

Die Spieler des 1. FC Hellbrook staunen nicht schlecht: Kein Team-Kollege sondern ein Staubteufel stürmt über den Platz.

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26. Mai 2015, 14:50 Uhr

Hamburg | Kann das wahr sein? Aus heiterem Himmel bildet sich mitten in Hamburg im Stadtteil Steilshoop etwas, das aussieht wie eine Windhose – auf dem Sportplatz des 1. FC Hellbrook, während eines Spiels, bei strahlendem Sonnenschein. Vereinsmitglieder filmen das surreale Spektakel. Doch ein echter Wirbelsturm ist es gar nicht.

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Franz Niedermeier, 1. Vorsitzender des 1. FC Hellbrooks, erklärt am Dienstag mit etwas Abstand: „Es ist zum Glück nichts passiert.“ Doch das Handy-Video zeigt, welche Aufregung am Pfingstsonntag auf dem Platz herrschte. Mitten auf dem Grandplatz ragt eine Säule aus Sand in den Himmel. „Ein Tornado“, kommentiert der Filmer und lacht ungläubig. Ein Spieler läuft auf die Windhose zu. Andere warnen ihn: „Du fliegst weg!“ Er überlegt es sich aber kurz davor doch noch anders und dreht um. Aus dem Hintergrund ruft ein Mannschaftskollege: „So was hab' ich noch nie gesehen!“ Die Windhose zieht einmal über den Platz bis zum Zaun. Da ist Schluss. Genauso plötzlich wie der Sturm aufgetaucht ist, verschwindet er wieder.

Bleibt die Frage: Was war das? Meteorologe Thomas Sävert erklärt: „Das war ein so genannter Staubteufel, der übrigens nichts mit einem Tornado (= Windhose) zu tun hat.“ Staubteufel sind sogenannte Kleintromben. Die kleinen Wirbel entstehen völlig anders als Tornados. Beste Bedingungen sind im Sommerhalbjahr in der Mittags- und Nachmittagszeit – ähnliche Bedingungen herrschten am Pfingstsonntag in Hamburg. „Oberhalb von etwa 15 und vor allem ab etwa 20 Grad Lufttemperatur heizen sich sandige Böden unter starker Sonneneinstrahlung und bei nur geringen Windgeschwindigkeiten extrem auf. Diese stark aufgeheizte Luft steigt rasch auf und gerät durch kleine Anstöße in Rotation und wirbelt dann Staub, Sand, Blätter etc. in die Luft“, sagt Sävert. Dadurch werde der Wirbel für uns erst sichtbar. Meist gebe es bei uns in Mitteleuropa nur kleinere Staubteufel mit einer Lebenszeit unter einer Minute, nur manchmal erreichen sie eine Höhe von mehr als 100 Metern. In den Wüsten- und Halbwüstengegenden der Erde kommen sie wesentlich häufiger vor und halten sich hier auch mal bis zu 30 Minuten und länger.

Die meisten Staubteufel seien schwach und harmlos, in seltenen Fällen erreichen sie auch Orkanstärke. „Meistens besteht keine Gefahr, außer wenn relativ leichte Gegenstände wie Planen oder anderes hochgewirbelt werden und dann Passanten oder Fahrzeuge treffen.“, erklärt Sävert weiter.

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