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St. Pauli : Fußballfans demonstrieren für Flüchtlinge

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Feuerwerk, Musik, Ansprachen: Im Hamburger Stadtteil St. Pauli demonstrierten am Freitagabend mehrere Tausend Menschen gegen die Flüchtlingspolitik des Senats. Der Protestmarsch blieb friedlich.

Hamburg | Mehrere Tausend Fußballfans haben am Freitagabend in Hamburg friedlich gegen die Flüchtlingspolitik des Senats demonstriert. Nach einem Spiel des FC St. Pauli trafen sie sich vor dem Millerntor-Stadion zu einer Kundgebung und begleiteten die Flüchtlinge anschließend über die Reeperbahn zur St. Pauli Kirche. Im angrenzenden „Park Fiction“ wurden Ansprachen gehalten, danach zerstreuten sich die Demonstranten. Die Polizei begleitete die Aktion mit einem Großaufgebot, griff jedoch nicht ein.

Die Organisatoren sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern, die Polizei von 5000. Sie forderten, dass die „Lampedusa-Flüchtlinge“ in Hamburg bleiben dürfen. Nach Angaben der Veranstalter unterstützten 110 Vereine, Fanorganisationen und Stadtteilinitiativen den Protestmarsch. Die Flüchtlinge hatten das Fußballspiel des Zweitligisten gegen den SV Sandhausen (0:0) besucht; Fans und Unterstützer hatten die Tickets gespendet.

Ein Feuerwerk, laute Musik, Böller und ein Protestzug, der mehr als einen Kilometer lang war - so wollten die Veranstalter ein Zeichen setzen, sagte Maarten Thiele vom Organisationsbündnis.

„Dieser Abend zeigt, wie breit die Unterstützung für die Flüchtlinge ist.“ Mehrfach riefen die Veranstalter die Teilnehmer zur Ordnung; bis auf einige Feuerwerkskörper hielten sich die Teilnehmer daran.

Mehrere Flüchtlinge hielten Ansprachen. Sie dankten den Unterstützern und kündigten an, nicht aufzugeben. Sie wollten sich um sich selbst kümmern, deshalb forderten sie das Recht, zu bleiben und zu arbeiten, sagte ein Sprecher, der sich als Andreas vorstellte. Am Wochenende entscheiden Flüchtlinge über ihr weiteres Vorgehen, sagte der Sprecher Affo Tchassei. Derzeit seien 270 von ihnen in Hamburg.

Gegen 23 Uhr löste sich die Gruppe auf. „Alles ruhig“, meldete der Lagedienst der Polizei kurz vor Mitternacht. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, niemand sei festgenommen worden. Zu Verletzten und Sachbeschädigungen lagen noch keine Informationen vor.

Der Bezirk Altona hatte am Donnerstag beschlossen, den Kirchen zu erlauben, Container für rund 80 Flüchtlinge aufzustellen - sofern diese sich bei der Behörde registrierten. Die Flüchtlinge befürchten jedoch ihre Ausweisung, sobald sie sagen, wer sie sind und woher sie kommen. Die ersten Flüchtlinge hatten nach Polizeikontrollen und Anhörungen der Ausländerbehörde bereits die Aufforderung erhalten, Deutschland zu verlassen. Derzeit sind die Kontrollen nach Angaben der Polizei ausgesetzt.

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erstellt am 26.Okt.2013 | 10:15 Uhr

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