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Prozess in Hamburg : Freundinnen von Yagmurs Mutter: „Sie lügt viel“

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Vor dem Landgericht Hamburg geht es um den gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur. Freundinnen der Mutter sagen aus.

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erstellt am 25.Aug.2014 | 14:33 Uhr

Hamburg | Zwei langjährige Freundinnen haben die angeklagte Mutter der getöteten Yagmur aus Hamburg als hinterhältig und rabiat beschrieben. „Sie hat eigentlich jeden immer angelogen“, sagte die erste Zeugin, eine 24-Jährige, am Montag vor dem Landgericht. „Jeder sollte sie mögen, und die anderen sollten sich hassen.“ Auch die zweite, gleichaltrige Zeugin sagte: „Sie ist so eine Person, die schauspielert viel, die lügt viel.“ Man habe mit ihr aber auch Spaß haben können: „Ich mochte sie schon gern.“ 

Die dreijährige Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Wohnung ihrer Eltern gestorben. Die 27 Jahre alte Mutter steht wegen Mordes vor Gericht, sie soll ihre Tochter aus Hass zu Tode misshandelt haben. Der ein Jahr jüngere Vater muss sich verantworten, weil er das Kind nicht geschützt haben soll. Vor Gericht haben beide bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die 27-Jährige habe immer von Yagmur geschwärmt („Yagmur hier, Yagmur da“) und Fotos von der Kleinen per WhatsApp verschickt, sagte die zweite Zeugin. Bei einem Treffen rund ein Jahr vor dem gewaltsamen Tod des Mädchens habe das Verhältnis zwischen Mutter und Kind sehr innig gewirkt, berichtete die erste Zeugin: „Sie wollte nur zur Mama. Man hat auch nichts gesehen, dass sie geschlagen wurde, sie war ein ganz normales Kind.“

An ihrem dritten Geburtstag im Oktober 2013 - rund zwei Monate vor ihrem Tod - sei Yagmur allerdings ganz komisch gewesen, sagte die zweite Zeugin: „Sie saß die ganze Zeit nur auf ihrem Stühlchen, sie war ganz ruhig.“ Die Kleine habe auch „ganz schlimm“ ausgesehen, „ganz fertig“. Ihre Haut habe seltsam gewirkt, vielleicht sei ein blauer Fleck überschminkt worden. Yagmurs Mutter habe erklärt, seit einer Gehirnoperation sei die Dreijährige tollpatschig und falle oft hin, außerdem prügele sie sich im Kindergarten. Erst als der Vater dazugekommen sei, sei das Kind fröhlich gewesen.

Yagmur musste knapp ein Jahr vor ihrem Tod wegen gravierender Verletzungen unter anderem am Kopf im Krankenhaus behandelt werden.

Der Hamburger Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel erstattete damals Anzeige gegen Unbekannt wegen Verdachts der Misshandlung. Dass das Mädchen lange bei einer Pflegemutter gelebt habe, habe keiner von ihnen gewusst, sagte die erste Zeugin: „Das haben wir erst aus der Zeitung erfahren.“ Die Mutter habe „so getan, als ob das eine glückliche Familie wäre“.Am Nachmittag sollte ein Arzt der Angeklagten als Zeuge aussagen.

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